Die Linearbandkeramische Kultur, auch Linienbandkeramische Kultur oder Bandkeramische Kultur, Fachkürzel LBK, ist die älteste bäuerliche Kultur der Jungsteinzeit Mitteleuropas mit permanenten Siedlungen. Die Einführung dieser auch als neolithisch bezeichneten Kultur unterwarf die vorbestehenden Kulturen einer umfassenden Veränderung; diese wird dementsprechend als Neolithisierung bezeichnet, die mit der LBK einsetzende Epoche entsprechend als Frühneolithikum. Die Bezeichnung „Bandkeramik“ führte 1883 der Historiker Friedrich Klopfleisch in die wissenschaftliche Diskussion ein, abgeleitet von der charakteristischen Verzierung der keramischen Gefäße, die ein Bandmuster aus eckigen, spiral- oder wellenförmigen Linien aufweisen.
Mit dem Auftreten der Linearbandkeramischen Kultur kam es zu einer Reihe von technisch-instrumentellen und wirtschaftlichen Neuerungen, so der Keramikproduktion, der verbesserten Werkzeug- und Arbeitsmittelherstellung, der Sesshaftigkeit, dem Ackerbau, der Viehzucht, dem Haus- und Brunnenbau sowie dem Erstellen von Grabenwerken. Es war eine Zeitspanne des wirtschaftlichen Wandels von einer aneignenden, extraktiven Wirtschaftsform zu einer nahrungsproduzierenden Wirtschaftsweise, die mit dem Aufkommen immobilen Besitzes und der Vorratshaltung für die Gruppenmitglieder einherging.
In der angelsächsischen Literatur wird die Linearbandkeramik als englisch Linear Pottery culture oder Linear Band Ware, Linear Ware, Linear Ceramics oder als englisch Incised Ware culture bezeichnet. Weitere Bezeichnungen, wenn auch mehr vom allgemeineren Typus sind: „erste europäische Bauernpopulation/Landwirte“ auch als englisch European Neolithic farmers (ENFs) bzw. Early European Farmer (EEF) und, bezogen auf ihre ursprüngliche Herkunft auch als „anatolische neolithische Landwirte“, englisch Anatolian Neolithic farmers (ANFs).