Miete

• Weitere Lemmata: 1. Miete , 2. Miete

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • Miete

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 2
  • Silbentrennung: Mie | te, Plural: Mie | ten

Etymologie

Bedeutung (Definition)

Was bedeutet "Miete"?

[1] Stapel von Feldfrüchten oder dergleichen, der winters als Schutz vor ungünstiger Witterung, vor allem als Frostschutz, in einer flachen, hoch mit Erde und Stroh bedeckten Grube angelegt wird
[2] großer Haufen von Heu, Stroh, Getreide oder Holz, der im Freien in Schichten übereinandergelegt wird
[3] zusammengerechter beziehungsweise aufgeschichteter Haufen von Heu

Wortherkunft

Das im 18. Jahrhundert(1)(2)(3)(4) aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche gelangte Substantiv geht auf mittelniederdeutsches mīte → gml(1)(2)(3)(4) "aufgeschichteter Heu- oder Holzhaufen"(4) zurück. Dieses beruht wie mittelniederländisches mīte → dum (vergleiche niederländisches mijt  "Heuhaufen, Holzstoß") auf einer im von den Römern besiedelten Rheingebiet vorgenommenen Entlehnung aus lateinischem mēta (1)(4) "kegel- oder pyramidenförmige Figur; (kegelförmig aufgeschichteter(1)(4)) Heuschober".(2)(3) Aufgrund des Übergangs von -ē- zu -ī- muss trotz später Bezeugung der germanischen Formen der Entlehnungsvorgang in früher Zeit stattgefunden haben.(2)(3)
Es handelt sich um Vorratsbehälter im Freien, die gegen Regen (und Kälte) geschützt sind.(1) Von den Heuschobern, die so aufgebaut sind, dass das Wasser von ihnen abläuft, geht die Bedeutung auf die zum Schutz vor Kälte eingegrabenen Rüben oder Ähnlichem über.(1)
Bei dem Wort handelt es sich um einen erhaltenen norddeutschen Regionalismus, der in der norddeutschen Mundart der Lüneburger Heide in der Form Mít, f, bezeugt ist und eigentlich einen geschichteten, viereckigen Düngerhaufen, doch auch schlechthin "Haufen" (von Kartoffeln, Rüben, Holz) bedeutet(2).(3) Des Weiteren ist er in der hamburgischen Mundart in der Bedeutung "ein viereckigter Mist-Hauffen, dergleichen die Bauren auf der Geest von allerhand Mist, Hende und flachen Erd-Schollen schichtweise zusammen legen, und wann es durchgefaulet, zur Düngung gebrauchen"(4) sowie in den schleswig-holsteinischen Mundarten in der Form Miet, f,(5) bezeugt.(3) Außerdem kann hier gleichbedeutend afrikaanses mied  Einfluss zum Erhalt dieses Regionalismus ausgeübt haben.(3)
  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 , Stichwort »Miete²« Seite 618.
  2. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 7. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2004, ISBN 3-423-32511-9 , Stichwort »²Miete«, Seite 870.
  3. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort "Miete"
  4. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2 , Stichwort »¹Miete«, Seite 525.
  5. Eduard Kück: Lüneburger Wörterbuch. Wortschatz der Lüneburger Heide und ihrer Randgebiete. Seit 1900 zusammen mit vielen Mitarbeitern gesammelt und sprachwissenschaftlich sowie volkskundlich erläutert. 2. Band: I–R, Wachholtz, Neumünster 1959–1962, Seite 392 .
  6. Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642 , Seite 80.
  7. Michael Richey: IDIOTICON HAMBVRGENSE oder Wörter-Buch, Zur Erklärung der eigenen, in und um Hamburg gebräuchlichen, Nieder-Sächsichen Mund-Art. Conrad König, Hamburg 1755, Seite 163 (Google Books) .
  8. Otto Mensing: Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch. 3. Band: K–P, Wachholtz, Neumünster 1931, Seite 650 .

Sprache

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • fachsprachlich
  • Landwirtschaft
  • Wirtschaft

Quantitative Linguistik

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"Miete" gehört nicht zum deutschen Grundwortschatz.

Wortlänge nach Buchstaben

"Miete" umfasst 5 Buchstaben.

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Genus

Was ist Genus?
Femininum (weiblich, Artikel: die)

Numerus & Kasus

Was ist Numerus & Kasus?
Nominativ Singular die Miete
Nominativ Plural die Mieten
Genitiv Singular der Miete
Genitiv Plural der Mieten
Dativ Singular der Miete
Dativ Plural den Mieten
Akkusativ Singular die Miete
Akkusativ Plural die Mieten

Beispiele

Beispielsätze

Für "Miete" ist noch kein Beispiel vorhanden. Hilf mit und trage den ersten Beispielsatz ein.

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): ˈmiːtə

Semantik

Assoziation

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Hyponyme

Was ist ein Hyponym?

Kategorien

Verwendung in anderen Quellen

Zitate

  • Schriftsteller bauen Luftschlösser, Leser wohnen darin, und Verleger ziehen die Miete ein.

    Maxim Gorki (1868 - 1936)

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