Autor: Silvan Maaß
Du kennst das sicher. Man schreibt eine Nachricht und stockt plötzlich. Wie war das nochmal mit der Grußformel? Ist "Liebe Grüße" hier angebracht oder doch eher "Mit freundlichen Grüßen"? Dieses Dilemma begleitet uns täglich.
Ob im beruflichen E-Mail-Verkehr, auf der persönlichen Geburtstagskarte oder im flüchtigen Chat mit Freunden. Die richtige Grußformel ist wie die Kirsche auf der Torte. Fehlt sie, ist der Gesamteindruck irgendwie unvollständig. Er wirkt zu lässig oder zu steif.
In diesem Leitfaden findest du deshalb alles, was du zum Thema Begrüßung und Verabschiedung wissen musst. Vom seriösen "Sehr geehrte Damen und Herren" bis zum lockeren "Moin" aus dem Norden.
Grußformeln begleiten uns täglich, oft ohne dass wir ihnen besondere Aufmerksamkeit schenken. Ob "Hallo" unter Freunden, "Mit freundlichen Grüßen" im Geschäftsbrief oder "Herzlichst" in der persönlichen Nachricht. Diese kleinen Floskeln erfüllen eine wichtige soziale Funktion. Sie signalisieren Respekt, Nähe oder Distanz und tragen maßgeblich zum Gelingen von Kommunikation bei. Doch welche Regeln gelten für ihren Einsatz? Und wie hat sich ihr Gebrauch im Zeitalter von E-Mail und Messenger-Diensten verändert? Diesen Fragen soll im Folgenden nachgegangen werden.
Regeln & Tipps: So gelingt die Anrede immer
Bevor wir in die langen Listen eintauchen, hier eine Handvoll einfacher Prinzipien. Halte dich daran, dann liegst du meist richtig.
Der erste und wichtigste Punkt ist immer der Empfänger. Überlege kurz: Hast du mit dieser Person schon einmal persönlich gesprochen? Handelt es sich um einen Vorgesetzten oder um einen guten Freund?
Die zweite Regel betrifft die Kombination. Beginne einen Brief niemals mit "Hallo Peter", wenn du später "Hochachtungsvoll" unterschreibst. Das passt einfach nicht zusammen. Ein krasser Stilbruch wirkt schnell unfreiwillig komisch. Achte also auf einen durchgängigen Ton.
Die wichtigsten Tipps im Überblick:
- Anlass und Beziehung sind entscheidend. Bei einem Erstkontakt oder einer Bewerbung währst du besser Distanz. "Sehr geehrter Herr..." ist hier die erste Wahl. Bei Menschen, die du duzt und magst, darf es ruhig herzlicher sein. "Liebe Grüße" oder "Hallo zusammen" signalisieren Nähe.
- Vermeide Standardfloskeln ohne Gefühl. Abkürzungen wie "MfG" oder "LG" sind praktisch für kurze Mails. Aber bei einer wichtigen Anfrage oder einem Kondolenzschreiben wirken sie respektlos. Schreibe in solchen Fällen immer die volle Form aus. Das zeigt Wertschätzung.
- Ein häufiger Fehler ist die Zeichensetzung. Nach der Schlussformel kommt weder ein Komma noch ein Punkt. Du machst einfach einen Absatz. Dann folgt dein Name. Oder, wenn es ein Brief ist, deine Unterschrift. Die alte DIN 5008 empfiehlt übrigens drei Leerzeilen zwischen Gruß und Unterschrift. Das ist aber kein Gesetz, eher eine gute Orientierung.
- Piktogramme und Emojis haben in der offiziellen Kommunikation nichts verloren. Im privaten Chat mit guten Freunden kannst du natürlich gerne ein lachendes Gesicht setzen. Aber bei der Bewerbung um einen neuen Job solltest du darauf verzichten.
- Und noch ein letzter Tipp: Wenn du dich mit jemandem häufig hin- und herschreibst, variiere deine Schlussformeln. Nicht immer das gleiche "VG". Ein "Schönes Wochenende" oder "Bis später" lockert den Austausch auf. Der Schriftverkehr wirkt so persönlicher und weniger standardisiert.
Grußformeln zur Begrüßung: Vom lockeren "Hi" bis zum formellen "Guten Morgen"
Der erste Eindruck zählt. Das gilt vor allem für die erste Zeile einer Nachricht. Hier findest du eine große Auswahl an Begrüßungen. Unterteilt in geschäftliche und private Anlässe.
Geschäftliche Begrüßung: Der perfekte Start ins Berufsleben
Hier zählt meist Seriosität. Aber auch im Job gibt es feine Unterschiede. Die Anrede an den Vorstandsvorsitzenden fällt anders aus als die Nachricht an deinen direkten Schreibtischnachbarn.
Mündlich Begrüßungsformeln im Büro
- Je nach Tageszeit: Guten Morgen (, meine Damen und Herren)! / Guten Tag (, meine Damen und Herren)! / Mahlzeit! (mittags bzw. zum Mittagessen) / Guten Abend (, meine Damen und Herren)!
- Persönlich und wertschätzend: Frau XXX, / Herr XXX, (wie) schön sie zu sehen.
- Eine gute Wahl für Teamrunden oder wenn du den Raum betrittst Hallo! / Hallo zusammen! / Hallo allerseits!
Schriftliche Begrüßungsformeln in E-Mail oder Brief
- Der Standard: Sehr geehrte Damen und Herren,...
- Der Standard: Sehr geehrter Herr... / Sehr geehrte Frau...
- Die moderne Alternative: Hallo Herr... / Hallo Frau...
- Je nach Tageszeit: Guten Morgen, Herr... / Frau... | Guten Tag, Herr... / Frau... | Guten Abend, Herr... / Frau...
- Ansprache von Teams bzw. mehreren Mitarbeitern/Kollegen: Hallo allerseits! / Hallo Kollegen! / Hallo liebes Team! / Hallo zusammen! / Liebe Kolleginnen und Kollegen,... / Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,... / Guten Morgen liebes Team! / usw.
Private Begrüßung: Unter Freunden und Familie
Hier kannst du richtig kreativ werden. Je nach Region, Laune und Nähe zum Gegenüber sind viele Variationen möglich.
Mündliche Begrüßungsformeln, neutral und höflich (für Bekannte, Nachbarn...)
Mündliche Begrüßungsformeln, freundschaftlich (für enge Vertraute)
Schriftliche Begrüßungsformeln, neutral (für Bekannte, Nachbarn...)
- Hallo Herr... / Hallo Frau...
- Lieber Herr... / Liebe Frau...
Schriftliche Begrüßungsformeln, freundschaftlich (für enge Vertraute)
Abschiedsformeln & Schlussformeln: Einen guten Eindruck hinterlassen
Das Ende einer Nachricht bleibt oft im Gedächtnis. Genau wie der Anfang. Hier unterscheiden wir zwischen der gesprochenen Verabschiedung und der schriftlichen Schlussformel.
Abschied im Geschäftsleben
Mündliche Abschiedsformeln
- Der Klassiker: (Auf) Wiedersehen!
- Eine freundliche Zugabe: Schönen Tag (noch)! / Schönen Abend (noch)! / Schönen Feierabend!
- Am Freitagnachmittag Pflichtprogramm: Schönes Wochenende!
Schriftliche Schlussformeln für Brief und E-Mail
Verabschiedung im Privaten
Mündliche Abschiedsformeln, neutral (für Bekannte, Nachbarn...)
- Alles Gute!
- (Auf) Wiedersehen!
- Bis Morgen! / Bis bald! / Bis dann! / Bis die Tage! / Bis gleich! / Bis später! / Bis zum nächsten Mal!
- Servus! (Süddeutschland)
- Wiederschauen! (Süddeutschland)
- Wir sehen uns!
- Für das Wochenende: Schönen Sonntag (noch)! / Schönes Wochenende!
- Je nach Tageszeit: Schönen Tag (noch)! / Schönen Abend (noch)!
Mündliche Abschiedsformeln, freundschaftlich (für enge Vertraute)
Extrem salopp:
Schriftliche Schlussformeln, neutral (für Bekannte, Nachbarn...)
Schriftliche Schlussformeln, freundschaftlich (für enge Vertraute)
Was man schreibt, ist das eine. Was man sagt, das andere. Im direkten Gespräch entscheiden oft Sekundenbruchteile über den ersten Eindruck. Diese fünf Formeln hört man in Deutschland am häufigsten. Mal regional, mal universell.
1. Hallo!
Der Allrounder unter den Grüßen. Mit einem simplen "Hallo" liegst du fast immer richtig. Es ist weder zu steif noch zu leger. Passt zum Nachbarn, zur Kassiererin im Supermarkt und zum Kollegen im Flur. Nur eine kleine Einschränkung gibt es: Wenn dein Gegenüber eine deutlich höhere Position hat als du, etwa der Vorstandsvorsitzende, dann ist ein "Guten Morgen" die respektvollere Wahl.
2. Hi!
Kurz, international und sehr lässig. "Hi" ist die Einladung zum Du. Du solltest diese Formel also wirklich nur bei Menschen verwenden, die du bereits gut kennst. Bei Freunden, in der Studenten-WG oder im lockeren Team-Meeting ist sie ideal. Beim Arzttermin oder beim Vorstellungsgespräch solltest du sie dagegen besser vermeiden.
3. Guten Morgen! / Guten Tag! / Guten Abend!
Diese drei bilden das Rückgrat der höflichen, zeitbezogenen Begrüßung. Das Tolle an ihnen: Du kannst sie gegenüber wirklich jedem verwenden. Egal, ob du die Person duzt oder siezt. Sie zeigen Respekt, ohne steif zu wirken. Ein Klassiker aus gutem Grund.
4. Moin!
Ein Gruß, der längst die Grenzen Norddeutschlands hinter sich gelassen hat. "Moin" sagt man nicht nur am Morgen. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Herkunft liegt nicht beim Wort "Morgen", sondern beim Ostfriesischen "mōi", was so viel wie "schön", "angenehm" oder "gut" bedeutet. Mit einem freundlichen "Moin" wünschst du deinem Gegenüber also einfach einen guten Moment. Völlig unabhängig von der Uhrzeit.
5. Servus!
Die süddeutsche Antwort auf das norddeutsche "Moin". "Servus" ist traditionell, herzlich und irgendwie bodenständig. Ursprünglich lateinisch für "Diener", hat es sich zu einem universellen, lockeren Gruß entwickelt. Genau wie "Moin" kann man es sowohl zur Begrüßung als auch zur Verabschiedung nutzen. Unter Freunden und guten Bekannten ist es sehr beliebt. Im geschäftlichen Kontext mit fremden Personen eher nicht.
Der erste Satz entscheidet oft über die gesamte Wirkung einer Nachricht. Gerade im Schriftverkehr ist die Anrede daher ein kleines, aber mächtiges Werkzeug. Hier sind die vier Formeln, die in deutschen Postfächern am häufigsten auftauchen.
1. Hallo Herr / Hallo Frau / Hallo (NAME)
Diese Anrede hat in den letzten Jahren einen regelrechten Siegeszug angetreten. Sie ist die lockere, aber dennoch respektvolle Alternative zum steifen "Sehr geehrter". Perfekt für Kollegen, Kunden, mit denen man schon zusammengearbeitet hat, oder für alltägliche Büro-Mails. Ein bisschen Mut gehört dazu, aber der Trend geht eindeutig in diese Richtung.
2.Sehr geehrte Damen und Herren
Die große Unbekannte. Diese Formulierung verwendet man, wenn man wirklich keine Ahnung hat, wer am anderen Ende sitzt. Eine Bewerbung an eine Personalabteilung? Eine Anfrage an ein großes Unternehmen? Dann ist das hier die richtige Wahl. Zugegeben, sie wirkt manchmal etwas verlegen. Aber sie ist sicher, höflich und geht immer.
3. Sehr geehrter Herr / Sehr geehrte Frau
Präziser und persönlicher geht es kaum. Im Gegensatz zur anonymen "Damen und Herren" Variante zeigst du hier, dass du dich vorbereitet hast. Du kennst den Namen deines Gegenübers. Diese Anrede ist der Goldstandard für den erstmaligen Kontakt mit einem Vorgesetzten, einem potenziellen neuen Arbeitgeber oder einem Kunden, den man noch nie getroffen hat.
4. Hi (NAME)
Ganz kurz, ganz knapp, ganz direkt. "Hi" ist die Königsdisziplin der informellen Anrede. Sie bewegt sich sprachlich ganz nah am "du". Deshalb solltest du sie auch nur dann verwenden, wenn dieses Duzen bereits etabliert ist. In der Kommunikation unter guten Geschäftspartnern, die sich schon lange kennen, ist das völlig in Ordnung. Im Erstkontakt wäre es ein Fettnäpfchen.
Nicht nur am Ende eines Briefes zählt der richtige Ton. Auch wenn du ein Gespräch beendest oder einen Raum verlässt, hinterlässt die Verabschiedung einen bleibenden Eindruck. Hier sind die Formeln, die im deutschen Sprachraum am häufigsten fallen. Mal formell, mal ganz entspannt.
1. (Auf) Wiedersehen!
Die Standard-Abschiedsformel in Mittel- und Norddeutschland. Höflich, neutral und immer richtig. Im freundschaftlichen Umkreis wirkt sie allerdings schnell zu steif. In Süddeutschland sagt man übrigens oft "Wiederschauen" dazu.
2. Schönen Tag (noch)! / Schönen Abend (noch)!
Diese Varianten sind eher formell. Man wünscht dem Gegenüber eine angenehme restliche Tageszeit. Unter guten Freunden sagt man das eher selten. Da wirkt es schnell aufgesetzt. Zum Bäcker oder zur Kollegin passt es aber wunderbar.
3. Servus!
Ein echter Klassiker aus dem Süden Deutschlands und Österreichs. "Servus" ist ein echtes Multitalent, denn es funktioniert sowohl zur Begrüßung als auch zur Verabschiedung. Allerdings ist es sehr leger. Im geschäftlichen Bereich sollte man deshalb besser die Finger davon lassen.
4. Bis morgen!
Ganz klar: Diese Abschiedsformel verwendet man, wenn man die Person am nächsten Tag wiedersehen wird. Im Büro am Freitagnachmittag wäre "Bis Montag" die logischere Wahl. Aber auch da ist "Bis morgen" als kleine Floskel zu hören, auch wenn man weiß, dass Wochenende ist.
5. Bis bald!
Das ist die vielleicht flexibelste Variante. Sie funktioniert bei regelmäßigen, aber auch bei eher unregelmäßigen Kontakten. Das Schöne daran ist die angenehme Unverbindlichkeit. "Bald" definiert eben jeder ein bisschen anders. Beide Seiten wissen, dass man sich irgendwann wiedersehen wird. Nur nicht genau wann.
Manche Formeln begegnen einem immer wieder. Sie haben sich einfach durchgesetzt. Hier kommt die kleine Analyse, wann welche Variante die richtige ist.
1. Mit freundlichen Grüßen (MfG)
Der absolute Klassiker. Geradezu die Grundnahrung des deutschen Schriftverkehrs. Er ist die erste Wahl bei Bewerbungen, offiziellen Anträgen oder wenn du dich an jemanden wendest, den du nicht kennst. Die Abkürzung "MfG" solltest du allerdings nur unter Kollegen oder guten Bekannten nutzen, bei denen ein lockerer Ton herrscht.
2. Liebe Grüße (LG)
Für Freunde und Familie. Dieser Gruß ist herzlich und drückt Zuneigung aus. Bei einem Erstkontakt oder in einer geschäftlichen E-Mail ist er aber völlig fehl am Platz. Er signalisiert schnell zu viel Nähe. Im privaten Chat ist "LG" dagegen der absolute Standard.
3. Viele Grüße (VG)
Eine Art Kompromiss. Der Empfänger ist dir nicht mehr völlig fremd. Aber ihr seid auch noch keine dicken Freunde. Das ist der perfekte Gruß für den Austausch mit einem Kunden, den du schon mehrmals getroffen hast. Oder für die Nachricht an einen Nachbarn. "VG" wirkt deutlich salopper als der offizielle "Mit freundlichen Grüßen".
4. Beste Grüße (BG)
Eine moderne Variante, die vor allem im Agentur- und Start-up-Umfeld beliebt ist. Sie ist wertschätzend, aber nicht so steif wie der klassische Gruß. Ein Trendsetter. Manchmal etwas umstritten, weil es eigentlich keine "besten" Grüße gibt. Dennoch: Die Verwendung hat in den letzten Jahren stark zugenommen.
5. Schöne Grüße (SG)
Dieser Gruß ist freundlich, aber auch ein bisschen oberflächlich. Er wirkt oft wie eine Standardfloskel, hinter der keine echte Emotion steckt. Was ist denn ein "schöner" Gruß? Das liegt immer im Auge des Betrachters. Für flüchtige Bekannte oder in Grußkarten ist er in Ordnung. Für gute Freunde gibt es bessere Alternativen.
6. Herzliche Grüße (HG)
Hier wird es persönlich. Mit "Herzliche Grüße" drückst du echte Sympathie und Wertschätzung aus. Dieser Gruß ist ideal für Menschen, die dir nahestehen. Oder für einen Geschäftspartner, mit dem dich eine freundschaftliche Beziehung verbindet. Von "HG" solltest du ebenfalls keinen Gebrauch machen, wenn es sich um einen reinen Zweckkontakt handelt. Das wäre übertrieben.
Grußformeln im Wandel: Was E-Mail und WhatsApp mit unseren Floskeln gemacht haben
Die Art, wie wir uns begrüßen und verabschieden, hat sich rasant verändert. Schuld daran sind E-Mail und besonders die Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal oder Threema.
Früher, im klassischen Brief, war alles klar geregelt. Man begann mit "Sehr geehrter Herr..." und endete mit "Mit freundlichen Grüßen". Punkt. Heute sieht das anders aus. Die Kommunikation ist schneller, direkter und oft dialogartig.
Ein kurzer Blick auf die E-Mail: Hier hat sich eine klare Zweiteilung etabliert. Im beruflichen Kontext bleiben die Anreden oft formal. Aber sie werden kürzer. "Hallo Frau Schmidt" ersetzt immer häufiger das steife "Sehr geehrte Frau Schmidt". Und am Ende reicht oft ein "Viele Grüße". In informellen Mails an Bekannte fehlt Anrede und Gruß manchmal komplett.
Die eigentliche Revolution brachten die Messenger. In einem WhatsApp-Chat mit guten Freunden würden die meisten Menschen nie auf die Idee kommen, mit "Sehr geehrter Herr Freund" zu beginnen. Man schreibt einfach "Hey". Oder gar nichts. Das Gespräch wird so geführt, als würde man nebeneinanderstehen und reden. Man hört nie wirklich auf und fängt nie wirklich an.
Diese Entwicklung ist nicht negativ. Sie zeigt, wie flexibel Sprache ist. Je synchroner und privater der Kanal, desto überflüssiger werden die alten Rituale. Je asynchroner und formeller der Kontext, desto wichtiger bleiben sie als Zeichen des Respekts. Die Digitalisierung hat den Gruß nicht abgeschafft. Sie hat ihn differenzierter gemacht. Ein guter Grund, unser Nachschlagewerk immer griffbereit zu haben.
Über den Autor
Silvan Maaß ist Diplom-Kommunikationswirt (dab) sowie Mitbegründer der Sprachnudel, wodurch er sich seit 20 Jahren beinahe täglich mit theoretischer und angewandter Linguistik beschäftigt. Die Lebendigkeit der Sprache hat es ihm besonders angetan. Daher interessiert er sich insbesondere für Okkasionalismen und Neologismen - zwei kreative Themenfelder der Linguistikforschung, die in unserer Gesellschaft relevanter denn je sind.