Verben

Hier erfährst du alles Wissenswerte rund um die Wortart "Verben". Worum es sich im Einzelnen genau handelt, verrät das nun folgende Inhaltsverzeichnis.

Verben Liste

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Verben Beispiele

Die folgende Liste beinhaltet 30 Beispiele der wichtigsten und am häufigsten verwendeten deutschen Verben.

1. GRUNDLAGEN

1.1 Definition: Was sind Verben?

Verben werden auch als Tätigkeitswort, Zeitwort oder als Tuwort bzw. Tunwort bezeichnet. Beispiele für allgemeine Verben sind: "laufen", "lesen" oder "spielen". In einem Satz nehmen Verben in der Regel die Position eines Prädikats ein und beschreiben damit dessen zentrale Aussage. Ein Verb drückt also aus, was geschieht oder was genau jemand tut. Zudem beschreiben sie einzelne Zustände. Im deutschen Sprachgebrauch werden Verben generell kleingeschrieben.
Verben können in ihrer Personalform (ich baue, du baust, er baut, sie baut, es baut, wir bauen, ihr baut, sie bauen) sowie in der Zeitform (ich baute, wir haben gebaut usw.) geändert werden. Sie sind besonders durch die Konjugation und den hiermit verbundenen eigenen Kategorien Tempus, Modus und Genus Verbi gekennzeichnet.

1.2 Wie erkennt man Verben?

Das Verben Tätigkeiten beschreiben, lernen Schüler bereits in der 2. Klasse. Die Lernmethode erfolgt anhand der Benutzung von Wörtern in Kombination mit Bildern, welche mithilfe der "Tuwörter" beschriftet werden müssen sowie mit der Vervollständigung von Anfangsbuchstaben. So werden die Verben als Wortart sehr schnell erkannt und können vertiefend im Unterricht behandelt werden. Dabei ist das Prinzip der Erkennung recht einfach und schnell erklärt: Man sollte sich bei jedem Satz stets fragen, welches das Wort ist, das eine Tätigkeit beschreibt.

Beispielsatz: Pepe und Franzi essen ein Eis.
Frage: Was machen Pepe und Franzi?
Antwort: Sie essen Eis.

Damit ist "essen" das Verb in diesem Satz.

1.3 Wie sind Verben aufgebaut?

Die Bildung der Verbformen in der deutschen Sprache orientiert sich an verschiedenen Merkmalen. Es werden einfache sowie zusammengesetzte Formen der Verben unterschieden. Die einfach erstellten Formen setzen sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Dies sind die Basis, die Erstteile sowie die Endungen. Die zusammengesetzten Formen bestehen aus dem Verb selbst sowie einem oder mehreren Hilfsverben.
Durch die Erstellung der einfachen Verbformen lässt sich zudem eine Verbklasse differenzieren. Diese erklärt, wie und ob die Form des Verbs nur mithilfe entsprechender Endungen sowie durch eine Basisänderung erstellt wird. Dies ist bei den unregelmäßigen Verben in aller Regel immer der Fall.

  1. Die Basis wird als Verbstamm bezeichnet und steht zentral. Sie ist daher stets vorhanden. Vor der Basis können die Erstteile bzw. die Präfixe zu finden sein. Auf die Basis folgen in aller Regel die Endungen, welche die definierten Formen eines Verbs beschreiben.
    Die Basis des Verbs beschreibt dabei die Bedeutung und ist damit als Kern der Verben zu betrachten. Als Abgrenzung der Basis sind verschiedene Erstteile zu bestimmen und die Endung des Verbs abzugrenzen. Ausgehend von der Grundform des Verbs bzw. der Nennform, welche generell in den Wörterbüchern aufgeführt ist, sind dies die bekannten Endungen -en oder nur die Endung –n. Eine Ausnahme ist dabei das Verb "knie-n". Solche Erstteile können vielförmig und zugleich kombiniert auftreten. Grundsätzlich ist die Basis eines Verbs einsilbig und damit leicht zu erkennen.
    Beispiele für die Basis mit der Endung en sind: sprechen oder reden.
  2. Die Erstteile werden als Präfixe bezeichnet und ergänzen den Stamm des Verbs und geben diesem einen besonderen bzw. definierten Sinn. Die meisten Verben besitzen kein oder nur einen Erstteil. Genauso lassen sich jedoch ebenso zwei und mehrere Erstteile erklären. So können die Erstteile in untrennbar und trennbar eingeteilt werden. Manche Erstteile sind ohne und mit einem Bedeutungsunterschied, untrennbar als auch trennbar und diese werden schwankende Teile genannt.
    Beispiele für beliebige Erstteile sind: an, ab, aus, auf, bei, da, drin, durch, ein, ent, er, fern, gegen, los, mit, nach, raus, rein, rück, rum, über, unter, ver, wieder und zer - also etwa beibringen, rückfragen oder nachsprechen.
  3. Endungen bzw. Suffixe können dem Verbstamm oder einer Verbform zugeordnet werden. Deshalb wird nach Stammendung (sie gibt dem Verb einen Sinn) und Verbformendung (sie dient der Bildung oder Nennung einer Verbform) unterschieden.
    Beispiele für Endungen: ich spreche, du sprichst, er / sie / es spricht, wir sprechen, ihr sprecht und sie sprechen.

1.4 Was ist die Grundform bei einem Verb?

Jedes Verb besitzt eine spezifische Grundform, welche als Infinitiv bezeichnet wird. Der Infinitiv ist die Grund- bzw. die Nennform eines Verbs und gibt die Bedeutung an. Die Grundform eines Verbs besteht aus dem Stamm sowie der Endung en (liegen) oder n (rudern). Er wird als Grundform bezeichnet, da er weder in einem Numerus (Zahlform) noch in einer grammatikalischen Person steht und damit auch NICHT konjugiert ist. Wichtige Ausnahmen sind beispielsweise die bekannten Infinitive "tun" oder "sein".
Neben jenem "Infinitiv Präsens Aktiv" (lieben) gibt es in der deutschen Sprache noch weitere zusammengesetzte Verbformen. Dies sind der "Infinitiv Präsens Passiv" (geliebt werden), der "Infinitiv Perfekt Aktiv" (geliebt haben) sowie der "Infinitiv Perfekt Passiv" (geliebt worden sein).
Die Grundform eines Verbs ist eine einfache Form der Zeit und wird als Referenz im Duden oder in verschiedenen Wörterbüchern angewandt. Hierbei kann der Infinitiv mit "zu" als einfache oder als zusammengesetzte Form mit einem vorangestellten "zu" auftreten.

1.5 Was bedeutet Numerus und Person?

Als "Numerus" wird bei der Konjugation von Verben der Singular (Einzahl) und Plural (Mehrzahl) bezeichnet. Mit "Person" ist die grammatikalische Person gemeint. Neben den zwei Numeri haben Verben drei unterschiedliche Personen, in denen sie konjugiert werden können.

Die drei Personen

  • 1. Person: bezieht sich auf den Sprecher selbst
  • 2. Person: bezieht sich auf weitere Beteiligte
  • 3. Person: bezieht sich auf eine Person oder Sache, über die man spricht

Personalpronomen

Personen drückt man mit Hilfe von Personalpronomen (ich, du, er/sie/es, wir, ihr, sie) aus.

Die zwei Numeri

Singular (Einzahl)
1. Person: ich
2. Person: du
3. Person: er (maskulin), sie (feminin), es (neutral)

Plural (Mehrzahl)
1. Person: wir
2. Person: ihr
3. Person: sie

Darüber hinaus kennt die Linguistik noch die sogenannte Höflichkeitsform "Sie". Diese folgt der Konjugation der 3. Person Plural.

Hinweis: Beispiele und die Funktionsweise der Konjugation könnt ihr hier nachlesen.

1.6 Was sind nominalisierte Verben?

Wenn Verben großgeschrieben werden, spricht man von nominalisierten Verben bzw. Nominalisierung. In der Grammatik wird die Nominalisierung zugleich als Substantivierung bezeichnet. Genau genommen ist damit die Änderung eines Wortes einer anderen Wortart (z. B. Verben oder Adjektive) in ein Nomen gemeint.
Wann Verben nominalisiert werden, erfahrt Ihr im nächsten Absatz.

1.7 Wann schreibt man Verben groß?

Verben werden großgeschrieben (nominalisiert), wenn...

  1. ein bestimmter oder ein unbestimmter Artikel davorsteht.
    Beispiel für das Verb "kochen": Das Kochen eines schmackhaften Rinderbratens ist sehr aufwendig.

  2. ein Attribut davorsteht.
    Beispiel für das Verb "schmatzen": Lautes Schmatzen ist eklig.

  3. eine Präposition davorsteht.
    Beispiel für das Verb "lernen": Beim Lernen ist laute Musik hinderlich.

  4. ein Pronomen davorsteht.
    Beispiel für das Verb "lächeln": Ihr Lächeln sorgte für gute Stimmung.

1.8 Was sind einfache bzw. zusammengesetzte Verben?

Die einfache Verbform entsteht durch die Verformung des Verbs. Dies geschieht normalerweise durch das Anhängen einer passenden Verbformendung (en, e, t).
Beispiel: beschaffen / ich beschaffe

Da einfache Formen direkt an einem Verb gebildet werden, entstehen die zusammengesetzten Verbformen durch die Verbindung des Verbs mit einer weiteren Wortart, wodurch ein neues Wort mit neuer Bedeutung entsteht.
Beispiele: "stehen bleiben" (Verb + Verb), "Zug fahren" (Nomen + Verb) oder "blau machen" (Adjektiv + Verb) .

1.9 Was sind trennbare bzw. untrennbare Verben?

Nicht trennbare und trennbare Verben sind Verben mit einem Präfix - auch Verbzusatz genannt. Der Präfix selbst ist beliebig austauschbar. Daher können ihn auch andere Verben nutzen. Er allein entscheidet jedoch, ob ein Verb trennbar oder eben nicht trennbar ist. Darüber hinaus verleiht der Präfix einem Verb eine neue Bedeutung.
Doch woran erkennt man nun, ob trennbar oder nicht trennbar? Die Regel ist denkbar einfach. Wird das Präfix betont, ist das Verb trennbar. Andernfalls ist es nicht trennbar.

Beispiele für trennbare Verben: ablaufen, aufschließen, nachkommen.
Beispiele für untrennbare Verben: bepflanzen, entgiften, verzichten.

2. FLEXION VON VERBEN

Verben können sich in ihrer Form verändern. Sie werden gebeugt bzw. flektiert. Die Flexion eines Verbs bzw. Verbflexion wird als Konjugation bezeichnet. Die Verben werden konjugiert nach:

  1. Numerus (Anzahl - Singular und Plural)
  2. Tempus (Zeitform - also Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II)
  3. Person (Sprecher - also die 1. Person - mit den Personalpronomen "ich" oder "wir", Hörer bzw. Adressat - also die 2. Person - mit den Personalpronomen "du" und "ihr" als vertrauliche Form oder "Sie" als höfliche Form sowie Dritte, die weder Sprecher noch Adressat sind - also die 3. Person - mit den Personalpronomen "er", "sie" oder "es")
  4. Genus Verbi (Diathese bzw. Handlungsrichtung, also aktiv oder passiv)
  5. Modus (Aussageform bzw. Indikativ (Wirklichkeitsform), Konjunktiv (Möglichkeitsform) oder Imperativ (Befehlsform))

Konjugation am Beispiel des Verbs "spielen":

Tempus Numerus Person Verb (spielen)
Präsens Singular 1. (ich) spiele
Präsens Singular 2. (du) spielst
Präsens Singular 3. (er,sie,es) spielt
Präsens Plural 1. (wir) spielen
Präsens Plural 2. (ihr) spielt
Präsens Plural 3. (sie) spielen

3. EINTEILUNG VON VERBEN

Verben werden generell in drei Arten bzw. Gruppen unterteilt. Dies sind Vollverben, Hilfsverben und Modalverben. Darüber hinaus lassen sie sich noch differenzierter nach morphologischen, syntaktischen sowie semantischen Klassen unterteilen.

3.1 Morphologische Kriterien

Die Einteilung der Verben kann nach den morphologischen Kriterien (nach ihrer Form) erfolgen. Hierbei wird zwischen finiten (konjugierten) Formen und infiniten (nicht konjugierten) Verbformen unterschieden. Eine zweite Unterteilung ist die Einteilung in regelmäßige (schwache), unregelmäßige (starke) Verben und gemischte Verben.

3.1.1 Was sind finite Verben?

Als finite Verben bzw. als finite Verbform oder Personalform wird eine Form des Verbs bezeichnet. Ein finites Verb ist konjugiert (gebeugt) und beschreibt somit verschiedene grammatikalische Merkmale. Es drückt ALLE fünf grammatischen Kategorien aus - wird also nach Numerus und Person des Subjekts konjugiert. Auch Genus, Modus und Tempus können sich ändern. Das Gegenstück sind die infiniten Verben.
Beispiel einer finiten Verbform: baust (Person: 2. Person, Numerus: Singular, Genus: Aktiv, Modus: Indikativ, Tempus: Präsens)

Verben können schwach oder stark konjugiert werden. Von manchen Verben gibt es sowohl starke als auch schwache Formen der Konjugation. Im Sprachgebrauch setzt sich dabei meistens die schwache Konjugation durch.

3.1.2 Was sind infinite Verben?

Infinite Verbformen drücken die Kategorien der Person, des Numerus und des Modus nicht aus. Diese Formen eines Verbs werden NICHT konjugiert. Für andere Merkmale können infinite Verben jedoch flektiert werden. Infinite Verben verändern ihre Form demnach nicht. Man sieht ihnen nicht an, für welche Person sie stehen. Die Grammatik kennt dabei drei verschiedene infinite Formen eines Verbs, welche die Partizipien I und II sowie der Infinitiv selbst sind.
Beispiel einer infiniten Verbform: bauen (Genus: Aktiv, Tempus: Präsens)

3.1.3 Was sind regelmäßige bzw. schwache Verben?

Schwache Verben sind jene Verben, welche den Stammvokal bei der Erzeugung der Stammformen und daher auch bei den anderen Formen des Verbs nicht verändern. So gehören schwache Verben zu den regelmäßigen Verben. In der Grammatik teils umstritten ist jedoch, ob einige starke Verben zu den unregelmäßigen oder zu den regelmäßigen Verben zugeordnet werden.

Eine komplette Übersicht bietet die folgende Liste: regelmäßige Verben

So bildet man schwache Verben: koch-en (Infinitiv), koch-t-e (Präteritum), ge-koch-t (Partizip Perfekt)

3.1.4 Was sind unregelmäßige bzw. starke Verben?

Unregelmäßige Verben werden auch als starke Verben bezeichnet. Die starken Verben sind dadurch gekennzeichnet, dass bei der Konjugation Selbstlaute (Vokale) vom eigentlichen Verbstamm ausgetauscht werden. Hierbei verändern sich im Präsens nur die 2. und 3. Person des Singulars und die Mehrzahl wird wie die regelmäßigen Verben konjugiert.

Eine komplette Übersicht bietet die folgende Liste: unregelmäßige Verben

So bildet man starke Verben: sprech-en (Infinitiv), sprach (Präteritum), ge-sproch-en (Partizip Perfekt)

3.1.5 Was sind gemischte Verben?

Neben den regelmäßigen und unregelmäßigen Verben gibt es auch noch die gemischten Verben. Bei ihnen wird im Präteritum und im Partizip Perfekt ein "t" an den Stamm angefügt. Sie verändern ihren Stamm also.

So bildet man gemischte Verben: bring-en (Infinitiv), brach-t-e (Präteritum), ge-brach-t (Partizip Perfekt)

3.2 Syntaktische Kriterien

Für die Klassifizierung der Verben nach den syntaktischen Eigenschaften (den Bau und die Gliederung der Sätze betreffend, die Satzlehre betreffend) werden diese in Klassen unterteilt und nach der Valenz - auch Verbvalenz genannt (Wertigkeit) - angeordnet.

3.2.1 Was sind Hilfsverben?

Im Deutschen gibt es genau drei Hilfsverben. Dies sind "haben", "werden" und "sein". Jene Hilfsverben sind Verben, die anderen Verben dabei "helfen", bestimmte finite Verbformen zu bilden. Genauer gesagt schaffen sie als finite Formen gemeinsam mit der infiniten Form der Vollverben (Partizip II und Infinitiv) die zusammengesetzten Zeit- und Passivformen des einzelnen Vollverbs. In der Funktion haben solche Hilfsverben keine eigene, den Wortschatz betreffende, Bedeutung. Hilfsverben können in der deutschen Grammatik im Vergleich zu den Vollverben nicht selbstständig das Prädikat eines Satzes bilden. Sie brauchen dafür zugleich eine infinite Form des Vollverbs. Das Hilfsverb übernimmt hierbei keine lexikalische Aufgabe, sondern es stellt grammatikalische Informationen über Numerus, Person, Tempus und Modus bereit. Hilfsverben können zugleich Vollverben sein.

Beispiele:

  • Ich habe den Rasen gemäht.
  • Wir werden erst gegen Abend kommen.
  • Wir sind zum Einkaufen gefahren.

3.2.2 Was sind Vollverben?

Vollverben sind jene Verben, welche im Vergleich zu Hilfsverben das Prädikat in einem Satz bilden können. Damit gelten sie als vollwertig. Sie erscheinen in dem Fall in der finiten Verbform und erklären alleine die Bedeutung. Man unterscheidet zwischen Tätigkeitsverben, Vorgangsverben und Zustandsverben.

Beispiele:

  • Ich gehe zum Sport.
  • Wir spielen Karten.
  • Du machst den Abwasch.

3.2.3 Was sind Modalverben?

In der deutschen Grammatik gibt es sechs Modalverben. Dies sind: "dürfen", "mögen", "sollen", "können", "wollen" und "müssen". Jene Verben benötigen generell ein weiteres Verb bzw. ein Vollverb im Infinitiv. Modalverben verändern den Inhalt einer Aussage. Sie erklären, ob etwas notwendig, möglich, erlaubt, verlangt oder gewollt wird. So macht es z. B. einen erheblichen Unterschied, ob jemand etwas aus freien Stücken tun mag oder es tun muss.

Beispiele:

  • Meine Schwester will Polizistin werden.
  • Meine Schwester darf Polizistin werden.
  • Meine Schwester soll Polizistin werden.

3.2.4 Was sind transitive Verben?

In der deutschen Grammatik werden intransitive Verben und transitive Verben unterschieden. Die transitiven Verben brauchen ein Akkusativobjekt ("Wen / Was?") und können das Passiv bilden.

Eine komplette Übersicht bietet die folgende Liste: transitive Verben

Beispiele:

  • Gestern hat Tobias mit seinen beiden Söhnen Fußball gespielt.
  • Das Flugzeug fliegt nach Spanien.
  • Nicole hört ein Geräusch.

3.2.5 Was sind intransitive Verben?

Intransitive Verben sind jene Verben, die kein Akkusativobjekt ("Wen / Was?") und auch keine Ergänzung haben können. Dafür können sie eine adverbiale Bestimmung sowie ein Objekt im Dativ ("Wem?"), im Genitiv ("Wessen?") oder ein Präpositionalobjekt (z. B. in, durch, zu) nach sich ziehen können.

Eine komplette Übersicht bietet die folgende Liste: intransitive Verben

Beispiele:

  • Ralf schnarcht. (ohne Ergänzung)
  • Der Pullover hängt an der Wäscheleine. (Adverbialbestimmung)
  • Sofia ähnelt ihrer Mutter sehr. (Dativobjekt)
  • Das ist das Motorrad meines Bruders. (Genitivobjekt)
  • Claudia ist in der Schule. (Präpositionalobjekt)

3.2.6 Was sind persönliche Verben?

Persönliche Verben können finite Verbformen in allen drei Personen bei ihrer Konjugation bilden.

Beispiele: Ich fahre - du fährst - er, sie, es fährt - wir fahren - ihr fahrt - sie fahren

3.2.7 Was sind unpersönliche Verben?

Unpersönliche Verben können sich nur mit dem Personalpronomen "es" (3. Person Singular Neutrum) verbinden.

Beispiele: Es gewittert. - Es weihnachtet. - Es hagelt.

3.2.8 Was sind reflexive Verben?

Reflexive Verben benötigen ein separates Reflexivpronomen, welches meist im Akkusativ (mich, dich, sich, uns, euch) manchmal aber auch im Dativ (mir, dir, sich, uns, euch) stehen kann. Mit reflexiv ist hierbei rückbezüglich gemeint. Das Reflexivpronomen ist auf das Subjekt in einem Satz bezogen. Reflexive Verben werden mit dem konjugierten Verb und einem zum Subjekt passenden Reflexivpronomen gebildet.

Eine komplette Übersicht bietet die folgende Liste: reflexive Verben

Beispiele im Akkusativ:

  • Ich lege mich hin.
  • Ich werde dich veräppeln.

Beispiele im Dativ:

  • Ich rasiere mir den Bart.
  • Ich putze dir das Auto.

3.3 Semantische Kriterien

Für die Klassifizierung der Verben nach den semantischen Kriterien (der Bedeutung nach) werden diese nach Tätigkeitsverben, Vorgangsverben und Zustandsverben sowie nach Aktionsart unterteilt.

3.3.1 Was sind Tätigkeitsverben?

Tätigkeitsverben - auch Handlungsverben genannt - drücken aus, dass jemand etwas tut. Sie benötigen jemanden, der eine Handlung ausführt.

Beispiele: arbeiten, geben, lesen, sagen, spielen

3.3.2 Was sind Vorgangsverben?

Vorgangsverben drücken einen Prozess der Veränderung aus, bei dem sich das Subjekt verändert.

Beispiel: Es wird Winter. (Der Satz beschreibt den Übergang vom Sommer zum Winter.)

3.3.3 Was sind Zustandsverben?

Zustandsverben drücken einen Zustand aus, in dem sich ein Subjekt befindet. Der Zustand wird meist als "relative Ruhe" wahrgenommen, was bedeutet, dass er sich in einer bestimmten Zeitspanne nicht verändert.

Beispiele:

  • Hagenburg liegt am Steinhuder Meer.
  • Ich wohne in München.
  • Der Beginn des Halses befindet sich am Kopf.

3.4 Aktionsarten des Verbs

Die Aktionsart des Verbs beschreibt, wie ein Geschehen verläuft, indem sie Bezug auf die zeitliche Struktur eines mithilfe eines Verbs ausgedrückten Ereignisses nimmt (Wann hat etwas angefangen?, Wie lange dauert es?, Wann ist es vorbei? usw.) Sie kann aber auch Bezug auf die Qualität bzw. auf inhaltliche Gesichtspunkte nehmen. (Was ist der Grund für etwas?, Kommt etwas häufiger vor? Wie intensiv ist es? usw.)

3.4.1 Was sind durative bzw. imperfektive Verben?

Durative Verben (andauernd, anhaltend) - auch imperfektive Verben (unvollendet) genannt - sind Verben, die etwas Unabgeschlossenes, etwas Andauerndes beschreiben. Dazu zählen etwa "arbeiten", "lesen" oder "spielen".
Sie werden noch durch folgende Subklassen ergänzt:

  • Hierzu gehören die Verben der Wiederholung (frequentative oder iterative Verben). Dazu zählen bspw. "betteln" oder "häkeln".
  • Darüber hinaus gehören auch intensive Verben - das sogenannte "verbum intensivum" - dazu, also jene Verben, die die Verstärkung eines Geschehens ausdrücken ("saufen / trinken" oder "schöpfen / schaffen").
  • Diminutive Verben - also Verben die eine Verkleinerung ausdrücken ("hüsteln / husten" oder "lächeln / lachen") - vervollständigen die Subklassen der durativen Verben.

3.4.2 Was sind perfektive Verben?

Perfektive Verben (die Abgeschlossenheit eines Geschehens bezeichnend) ordnen ein Geschehen als begrenzt bzw. abgeschlossen ein. Dazu zählen u.a. "einschlafen", "losfahren" oder "weggehen". Genau wie die durativen Verben, besitzen auch sie einige Subklassen. Je nachdem an welcher Stelle man sich in der zeitlichen Abfolge eines Geschehens befindet, grenzt man folgende Klassen ab:

  • Ingressive (inchoative) Verben drücken den Beginn eines Geschehens aus: "abfahren", "weggehen" usw.
  • Egressive (resultative) Verben drücken das Ende eines Geschehens aus: "austrinken", "platzen" usw.
  • Mutative Verben beschreiben den Übergang von einem in den anderen Zustand. Sie kennzeichnen Veränderungen. Dazu gehören etwa: "altern", "reifen" usw.
  • Kausative (faktitive) Verben bezeichnen eine Handlung, die zu einem neuen Zustand bzw. zu einer anderen Handlung führt: "öffnen", "schwärzen" usw.

4. ZEITFORMEN

In der deutschen Sprache gibt es verschiedene Zeitformen (Tempora), in die Verben gesetzt werden. Mithilfe dieser Zeitformen kann man über die Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft sprechen. Dies sind die drei Hauptzeiten. Insgesamt kennt die deutsche Grammatik sechs Zeitformen. Dies sind:

  1. Präsens (Gegenwart)
  2. Präteritum (Vergangenheit)
  3. Perfekt (Vergangenheit / vollendete Gegenwart)
  4. Plusquamperfekt (Vergangenheit / Vorvergangenheit)
  5. Futur I (Zukunft)
  6. Futur II (Zukunft)

4.1 Das Präsens

Das Präsens (Gegenwartsform) ist die Zeitform, die in der deutschen Sprache am Häufigsten verwendet wird. Obwohl es in der Regel für die Gegenwart angewandt wird, lässt sich das Präsens auch für die Zukunft verwenden. In welchen Fällen genau das Präsens zum Einsatz kommen kann, verdeutlicht die folgende Liste.

Hierfür wird das Präsens verwendet:

  • Aktuelles Präsens (für einmalige oder wiederkehrende Ereignisse)
    Beispiel: Ich gehe Montags immer um 9 Uhr zur Schule.
  • Generelles Präsens (für allgemeingültige Aussagen)
    Beispiel: Übung macht den Meister.
  • Resultatives Präsens (für Ereignisse, die in der Vergangenheit passiert sind (abgeschlossen sind) und deren Auswirkungen in die Gegenwart und/oder Zukunft hineinreichen)
    Beispiel: Als die Pharaonen vor über 4.500 Jahren die Pyramiden von Gizeh bauen, ahnen sie nicht, dass sie heute zu den ältesten Bauwerken der Erde gehören.
  • Historisches Präsens (um Ereignisse der Vergangenheit auszudrücken)
    Beispiel: Gestern war ich im beim Sport. Da stehe ich unter der Dusche, und wer steht plötzlich neben mir? Ein alter Schulfreund.
  • Futuristisches Präsens (für Ereignisse, die in der Zukunft stattfinden)
    Beispiel: In drei Tagen habe ich Geburtstag.

So wird das Präsens gebildet:

Wenn man etwas im Präsens ausdrücken möchte, muss man zunächst den Infinitiv (Grundform) eines Verbs kennen. Dieser hat stets die Endung -en. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Infinitivendung (singen, lachen oder arbeiten). Vor dem -en steht der sogenannte Präsensstamm (singen, lachen oder arbeiten).

Soll nun das Präsens gebildet werden, fügt man an den Verbstamm (in diesem Fall der Präsensstamm) die jeweilige Personalendung (in diesem Fall die Präsensendung) an. Man konjugiert bzw. beugt das Verb. Dazu entfernen wir einfach die Infinitivendung -en und ersetzen sie exemplarisch für das regelmäßige Verb "spielen" wie folgt:

  • ich spiele (1. Person Singular)
  • du spielst (2. Person Singular)
  • er,sie,es spielt (3. Person Singular)
  • wir spielen (1. Person Plural)
  • ihr spielt (2. Person Plural)
  • sie spielen (3. Person Plural)

Eine Ausnahme bilden die unregelmäßigen Verben "haben" und "sein".

  • ich habe / bin (1. Person Singular)
  • du hast / bist (2. Person Singular)
  • er,sie,es haben / ist (3. Person Singular)
  • wir haben / sind (1. Person Plural)
  • ihr habt / seid (2. Person Plural)
  • sie haben / sind (3. Person Plural)

4.2 Das Präteritum

Das Präteritum - auch Imperfekt oder Vergangenheitsform genannt - drückt etwas Vergangenes aus. Es wird meist in geschriebenen Texten wie Berichten in Zeitungen oder Zeitschriften, in Romanen, Erzählungen, Geschichten und Märchen verwendet. Sprechen wir selbst über etwas Vergangenes, wird eher das Perfekt genutzt.

Hierfür wird das Präteritum verwendet:

  • Für abgeschlossene Handlungen und Ereignisse in der Vergangenheit
    Beispiel: Ich ging einkaufen.
  • Für Fakten oder Zustände in der Vergangenheit
    Beispiel: Das Wetter in unserem Urlaub vor zwei Jahren war grauenhaft.

So wird das Präteritum gebildet:

Verben im Präteritum setzen sich aus dem Präteritumstamm und der jeweiligen Präteritumendung zusammen. Beim Konjugieren entfernt man also die Infinitivendung -en und hängt folgende Endungen an:

  • ich spielte (1. Person Singular)
  • du spieltest (2. Person Singular)
  • er,sie,es spielte (3. Person Singular)
  • wir spielten (1. Person Plural)
  • ihr spieltet (2. Person Plural)
  • sie spielten (3. Person Plural)

Merke: Die 1. und 3. Person im Singular und Plural bei Verben im Präteritum werden gleich konjugiert.

Eine Ausnahme bilden die unregelmäßigen Verben, da sie oft eine andere Stammform als im Infinitiv haben. Dies verdeutlichen wir anhand der Verben "haben", "sein" und "singen".

  • ich hatte / war / sang (1. Person Singular)
  • du hattest / warst / sangst (2. Person Singular)
  • er,sie,es hatte / war / sang (3. Person Singular)
  • wir hatten / waren/ sangen (1. Person Plural)
  • ihr hattet / wart / sangt (2. Person Plural)
  • sie hatten / waren / sangen (3. Person Plural)

4.3 Das Perfekt

Das Perfekt beschreibt als Zeitform die vollendete Gegenwart. Eine Handlung, welche mit dem Perfekt umschrieben wird, ist schon vergangen und damit beendet. Hierbei kann von gestern die Rede sein. Alle Vorkommnisse, die gestern geschehen sind und heute erklärt werden, sind schon gestern beendet gewesen. Im Gegensatz zum Präteritum wird das Perfekt in der gesprochenen Sprache genutzt.

Hierfür wird das Perfekt verwendet:

  • Für abgeschlossene Handlungen und Ereignisse in der Vergangenheit
    Beispiel: Letzte Woche hat Thomas sein Auto gewaschen.
  • Für Handlungen und Ereignisse, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft abgeschlossen sein werden.
    Beispiel: Bis zum Urlaubsende habe ich mich bestimmt wieder erholt.

So wird das Perfekt gebildet:

Verben im Perfekt setzen sich aus zwei Teilen zusammen. Dies ist die Präsens-Form des Hilfsverb "haben" oder "sein" und das Partizip II (Partizip Perfekt) des Vollverbs.

Merke: Die meisten Verben im Perfekt werden mit dem Hilfsverb "haben" gebildet. Es sei denn es sind Verben der Bewegung bzw. Ortsveränderung (fahren, fliegen usw.) oder der Zustandsänderung (einschlafen, rot werden usw.). Sie werden mit "sein" gebildet.

Person Hilfsverb Partizip II Hilfsverb Partizip II
ich bin eingeschlafen habe geweint
du bist eingeschlafen hast geweint
er,sie,es ist eingeschlafen hat geweint
wir sind eingeschlafen haben geweint
ihr seid eingeschlafen habt geweint
sie sind eingeschlafen haben geweint

Eine Ausnahme bilden die Modalverben (müssen, können, wollen usw.) sowie die Verben "sein", "werden" und "haben". Sie werden in der Regel nicht in der Perfekt-Form verwendet. Man verwendet für sie eher das Präteritum, wie die folgenden Beispiele verdeutlichen:

Ausnahme Form Beispiel
Modalverb Perfekt Als Jugendlicher habe ich Fußballprofi werden wollen.
Modalverb Präteritum Als Jugendlicher wollte ich Fußballprofi werden.
sein Perfekt Über Weihnachten bin ich im Urlaub gewesen.
sein Präteritum Über Weihnachten war ich im Urlaub.
werden Perfekt Vor 10 Jahren bin ich Abteilungsleiter geworden.
werden Präteritum Vor 10 Jahren wurde ich Abteilungsleiter.
haben Perfekt Noch vor drei Monaten hat Christian keine Zahnspange gehabt.
haben Präteritum Noch vor drei Monaten hatte Christian keine Zahnspange.

4.4 Das Plusquamperfekt

Beim Plusquamperfekt (Vorvergangenheit) ist die beschriebene Handlung bereits abgeschlossen. Wie der Name bereits andeutet, bezieht sich diese Zeitform auf eine Handlung, die noch vor einer Handlung in der Vergangenheit stattgefunden hat. Das Plusquamperfekt fand also vor dem Präteritum und dem Perfekt statt und ist wichtig, um den kompletten inhaltlichen Zusammenhang zu verstehen.

Hierfür wird das Plusquamperfekt verwendet:

  • Für aufeinanderfolgende Handlungen in der Vergangenheit. Das Plusquamperfekt drückt hierbei die frühere Handlung aus, das Präteritum bzw. Präsens die spätere.
    Beispiel: Lukas hatte sehr lange trainiert, bevor er so gut Freistöße schießen konnte.
  • Sehr häufig nach den Signalwörtern "als", "bevor" und "nachdem".
    Beispiel: Als das Tor fiel, war das Spiel schon entschieden.

So wird das Plusquamperfekt gebildet:

Das Plusquamperfekt wird aus dem Präteritum von "sein" oder "haben" sowie dem Partizip II (Partizip Perfekt) des Vollverbs gebildet.

Präteritum von "sein" oder "haben"

  • ich hatte / war (1. Person Singular)
  • du hattest / warst (2. Person Singular)
  • er,sie,es hatte / war (3. Person Singular)
  • wir hatten / waren (1. Person Plural)
  • ihr hattet / wart (2. Person Plural)
  • sie hatten / waren (3. Person Plural)

Für das Partizip II (Partizip Perfekt) unterscheiden wir schwache Verben (get), starke Verben (geen) und gemischte Verben (get), wie die folgende Tabelle zeigt:

Schwache Verben Starke Verben Gemischte Verben Partizip II
baden - - gebadet
lächeln - - gelächelt
sabbern - - gesabbert
- graben - gegraben
- nehmen - genommen
- schieben - geschoben
- - dürfen gedurft
- - rennen gerannt
- - wissen gewusst

4.5 Das Futur I

Wie der Name bereits vermuten lässt, ist das Futur I (lateinisch "tempus futurum", die zukünftige Zeit) eine Zeitform, die einen Zukunftsbezug ausdrückt. Sie drückt also Ereignisse oder Handlungen in der Zukunft aus. Im Sprachgebrauch wird das Futur I überwiegend verwendet, um Vermutungen auszudrücken. Darüber hinaus gibt es aber noch folgende weitere Verwendungsmöglichkeiten:

Hierfür wird das Futur I verwendet:

  • Vermutungen oder Erwartungen für die Zukunft
    Beispiel: Das wirst du nicht an einem Wochenende schaffen.
  • Vermutungen oder Erwartungen für die Gegenwart
    Beispiel: Martins Wohnung wird wohl immer noch nicht renoviert sein.
  • Absichten oder Versprechen für die Zukunft
    Beispiel: Morgen werde ich einkaufen gehen.
  • Aufforderungen
    Beispiel: Ralf, wirst du wohl sofort damit aufhören?
  • Hoffnungen
    Beispiel: Christine wird morgen schon pünktlich kommen.

So wird das Futur I gebildet:

Um das Futur I zu erzeugen, werden zwei separate Formen von Verben benötigt. Dies sind die Personalform des Hilfsverbs "werden" sowie ein Vollverb im Infinitiv am Satzende.

Numerus Person Konjugierte Form von "werden" Vollverb im Infinitiv
Singular 1. (ich) werde kommen, gehen, abreisen...
Singular 2. (du) wirst kommen, gehen, abreisen...
Singular 3. (er,sie,es) wird kommen, gehen, abreisen...
Plural 1. (wir) werden kommen, gehen, abreisen...
Plural 2. (ihr) werdet kommen, gehen, abreisen...
Plural 3. (sie) werden kommen, gehen, abreisen...

4.6 Das Futur II

Das Futur II wird als "vollendete Zukunft" bezeichnet. Es drückt ein Geschehen aus, das in der Zukunft als bereits abgeschlossen gilt. Es wird eher selten verwendet.

Hierfür wird das Futur II verwendet:

  • Vermutung über ein zukünftig abgeschlossenes Geschehen
    Beispiel: Ich werde bis zum Sommerurlaub mindestens 20 kg abgenommen haben.
  • Vermutung oder Annahme über ein abgeschlossenes Geschehen in der Vergangenheit
    Beispiel: Sie wird bestimmt schnell durch das Labyrinth gefunden haben.

So wird das Futur II gebildet:

Um das Futur II zu bilden, brauchen wir die Personalform von "werden", das Partizip II des Vollverbs sowie den Infinitiv der Hilfsverben "sein" oder "haben".

Verb Numerus Person Präsens von werden Partizip II Infinitiv von sein/haben
lernen Singular 1. (ich) werde gelernt haben
fliegen Singular 2. (du) wirst geflogen sein
lachen Singular 3. (er,sie,es) wird gelacht haben
tanzen Plural 1. (wir) werden getanzt haben
springen Plural 2. (ihr) werdet gesprungen sein
verlieren Plural 3. (sie) werden verloren haben

5. GENUS VERBI - AKTIV UND PASSIV

Mit Hilfe des "Genus Verbi", (Verbgeschlecht) das auch als Diathese (Handlungsrichtung) bezeichnet wird, lässt sich ein Ereignis oder eine Handlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln darstellen. Das Genus Verbi gibt also Aufschluss darüber, von wem etwas ausgeht. Entweder geschieht etwas mit dem Subjekt (Handlungsträger), dann wird die Aktivform (auch Tätigkeitsform genannt) verwendet oder etwas geschieht mit ihm, dann wird die Passivform (auch Leideform genannt) genutzt.

Beispiele:

  • Aktiv: Ich mähe den Rasen.
  • Passiv: Der Rasen wird von mir gemäht.

Hinweis: das Aktiv bzw. die Aktivform wird in der Grammatik als lexikalische Grundform bezeichnet, in der die meisten Verbformen stehen. Jedes Verb hat eine Aktivform. Eine Passivform hingegen nicht.

5.1 Typen des Passivs

Beim Passiv unterteilt man zwei Typen:

  1. Vorgangspassiv (werden-Passiv)
  2. Zustandspassiv (sein-Passiv)

5.1.2 Vorgangspassiv (werden-Passiv)

Mit dem Passiv assoziiert man normalerweise das Vorgangspassiv. Hierbei wird ein Vorgang bzw. eine Handlung in den Vordergrund gestellt, die gerade geschieht und nicht die handelnde Person. Das Agens muss also nicht genannt werden, weshalb das Vorgangspassiv auch nur mit transitiven Verben gebildet werden kann.

5.1.3 Zustandspassiv (sein-Passiv)

Beim Zustandspassiv wird eine Veränderung eines Zustandes beschrieben, die bereits stattgefunden hat. Die Handlung ist abgeschlossen. Der vorausgegangene Vorgang ist beendet.
Das Agens (handelnde Person) ist hier nicht von Bedeutung, denn wer etwas getan hat ist beim Zustandspassiv unwichtig. Daher kann die Bildung nur mit transitiven Verben erfolgen.

5.2 Passivbildung

Das Vorgangspassiv wird mit den Formen des Hilfsverbs "werden" zusammen mit dem Partizip II des Verbs gebildet.
Beim Zustandspassiv wird die Bildung mit dem Hilfsverb "sein" vollzogen.

Beispiele:

  • Vorgangspassiv: Der Rasen wird gemäht.
  • Zustandspassiv: Der Rasen ist gemäht.

Eine Ausnahme ist die Bildung des Vorgangspassivs mit Modalverben. Hier sieht die Bildung wie folgt aus:

Modalverb + werden + Partizip II

Beispiel:

  • Der Rasen muss gemäht werden.

5.3 Passivtransformation

Bei der Passivtransformation werden Aktivsätze ins Passiv umgeformt. Hierbei unterscheiden wir zwischen dem persönlichen Passiv und dem unpersönlichen Passiv.

5.3.1 Persönliches Passiv

Das persönliche Passiv kann nur mit Verben gebildet werden, die ein Akkusativobjekt ("Wen / Was?") zulassen, die sogenannten transitiven Verben. Bei dieser Transformation wird das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt des Passivsatzes.

Beispiele:

  • Aktiv: Er mäht Rasen.
  • Passivtransformation: Rasen wird gemäht.

5.3.2 Unpersönliches Passiv

Beim unpersönlichen Passiv wird der oder das ausführende Agens (Handelnde) nicht genannt. Anstelle des Subjekts wird das Personalpronomen "es" verwendet. Allerdings ist dies nur möglich, sofern der ursprüngliche Aktivsatz kein Akkusativobjekt ("Wen / Was?") enthält.

Beispiele:

  • Aktiv: Der Gärtner mäht im Garten.
  • Passivtransformation: Es wird im Garten gemäht.

6. MODUS - INDIKATIV, KONJUNKTIV UND IMPERATIV

Mit Hilfe des Modus, auch Aussageform oder Aussageweise genannt, lässt sich die Aussageabsicht eines Satzes konkretisieren. Es lässt sich ausdrücken, ob es sich um die Realität, eine Möglichkeit bzw. einen Wunsch oder um eine Aufforderung handelt. Um dies zu erreichen, verändern die Verben ihre Form je nach Modus. Folgende drei Modi stehen dabei zur Verfügung:

  1. Indikativ
  2. Konjunktiv (I und II)
  3. Imperativ

6.1 Indikativ

Der Indikativ wird auch als "Wirklichkeitsform" bezeichnet, da er die Realität beschreibt (im Lateinischen: "Realis"). Es gibt ihn in allen sechs Zeitformen.

6.1.1 Bildung des Indikativs

Man bildet sowohl das Präsens als auch das Präteritum über einfache Verbformen. Die vier weiteren Zeitformen werden durch zusammengesetzte Verbformen gebildet. Dies sind alle Formen in der Übersicht:

6.1.1.1 Indikativ Präsens

Bei der Bildung vom Indikativ Präsens unterscheiden wir primär regelmäßige und unregelmäßige Verben. Darüber hinaus gibt es noch weitere Besonderheiten.

Regelmäßige und unregelmäßige Verben
Das Präsens von regelmäßigen Verben und unregelmäßigen Verben wird durch das Anhängen der Präsensendungen -e, -st, -t und -en an die Basis gebildet. Die Basis erhält man durch Abtrennung der Endung -en bzw. -n von der Grundform des Verbs (Beispiel: gehen).

Beispiel für das Verb "gehen":

Person Basis Präsensendung
ich geh e
du geh st
er, sie, es geh t
wir geh en
ihr geh t
sie geh en

Unregelmäßige Verben
Es gibt auch unregelmäßige Verben, die in den Personen "du" und "er" den Vokal auf "i / ie" wechseln (z. B. "erbrechen" > du "erbrichst") oder den Vokal umlauten (z. B. graben > du gräbst).

Beispiel für das Verb "erbrechen":

Person Basis + Vokalwechsel Präsensendung
du erbrich st
er erbrich t
6.1.1.2 Indikativ Präteritum

Bei der Bildung vom Indikativ Präteritum unterscheiden wir primär regelmäßige und unregelmäßige Verben. Darüber hinaus gibt es noch weitere Besonderheiten.

Regelmäßige Verben
Das Präteritum von regelmäßigen Verben wird durch das Anhängen der Präteritumendungen -te, -test, -tet und -ten an die Basis gebildet. Die Basis erhält man durch Abtrennung der Endung -en bzw. -n von der Grundform des Verbs (Beispiel: bezahlen).

Beispiel für das Verb "bezahlen":

Person Basis Präteritumendung
ich bezahl te
du bezahl test
er, sie, es bezahl te
wir bezahl ten
ihr bezahl tet
sie bezahl ten

Unregelmäßige Verben
Das Präteritum von unregelmäßigen Verben wird durch das Anhängen der Präteritumendungen -st, -en und -t an die Basis gebildet. Die Basis erhält man durch Abtrennung der Endung -en bzw. -n von der Grundform des Verbs (Beispiel: fahren).
In den Personen "ich" und "er" besitzen die Verben keine Präteritumendung. Zudem wechselt bei vielen unregelmäßigen Verben der Vokal (z. B. "fahren" > er "fuhr").

Beispiel für das Verb "fahren":

Person Basis + Vokalwechsel Präteritumendung
ich fuhr -
du fuhr st
er, sie, es fuhr -
wir fuhr en
ihr fuhr t
sie fuhr en
6.1.1.3 Indikativ Perfekt

Das Indikativ Perfekt wird mit den indikativen Präsensformen der Hilfsverben "haben" oder sein und dem Partizip II des Vollverbs gebildet.

Beispiel für das Verb "fahren":

Person indikative Präsensform
von "haben" oder "sein"
Partizip II
ich bin gefahren
du bist gefahren
er, sie, es ist gefahren
wir sind gefahren
ihr seid gefahren
sie sind gefahren
6.1.1.4 Indikativ Plusquamperfekt

Das Indikativ Plusquamperfekt wird mit den indikativen Präteritumformen der Hilfsverben "haben" oder sein und dem Partizip II des Vollverbs gebildet.

Beispiel für das Verb "fahren":

Person indikative Präteritumform
von "haben" oder "sein"
Partizip II
ich war gefahren
du warst gefahren
er, sie, es war gefahren
wir waren gefahren
ihr wart gefahren
sie waren gefahren
6.1.1.5 Indikativ Futur I

Das Indikativ Futur I wird mit den indikativen Präsensformen der Hilfsverben "haben" oder sein und dem Infinitiv des Vollverbs gebildet.

Beispiel für das Verb "fahren":

Person indikative Präsensform
von "haben" oder "sein"
Infinitiv
ich werde fahren
du wirst fahren
er, sie, es wird fahren
wir werden fahren
ihr werdet fahren
sie werden fahren
6.1.1.6 Indikativ Futur II

Das Indikativ Futur II wird mit den indikativen Präsensformen des Hilfsverbs "werden", dem Partizip II des Vollverbs und dem Infinitiv der Hilfsverben "haben" oder "sein" gebildet.

Beispiel für das Verb "fahren":

Person indikative Präsensform
von "werden"
Partizip II Infinitiv von
"haben" oder "sein"
ich werde gefahren sein
du wirst gefahren sein
er, sie, es wird gefahren sein
wir werden gefahren sein
ihr werdet gefahren sein
sie werden gefahren sein

6.1.2 Verwendung des Indikativs

Der Indikativ gilt auch als "Normalmodus" und wird am häufigsten von den drei Modi in der deutschen Sprache verwendet.

Beispiele:

6.1.3 Indikativ – Aktiv und Passiv

Durch Verwendung des Indikativ Aktiv wird der Fokus auf eine Person gelegt, die eine Handlung ausführt. Bei Verwendung des Passivs liegt der Fokus auf der Handlung selbst.

Beispiele:

  • Aktiv: Ralf isst ein Eis.
  • Passiv: Das Eis wird von Ralf gegessen.

6.2 Konjunktiv

Der Konjunktiv ist die "Möglichkeitsform". Er wird für Situationen verwendet, die nicht real aber möglich sind. Dies ist z. B. der Fall, wenn wir uns etwas wünschen. Vom Konjunktiv gibt es zwei Formen, den Konjunktiv I und den Konjunktiv II.

6.2.1 Konjunktiv I

Alle Verben haben einen Konjunktiv I - jedenfalls theoretisch betrachtet. Praktisch wird allerdings überwiegend das Verb "sein" in allen Personen verwendet. Andere Verben werden meist in der 3. Person Singular (er, sie, es) genutzt.

Beispiele:

  • Präsens: Otto sagte, du wissest nichts von der Verabredung.
  • Perfekt: Ich dachte, du habest dir bereits etwas zum Essen gemacht.
  • Futur I: Er sagt, er werde Hausaufgaben machen.
  • Futur II: Du meintest, er werde zur Schule gegangen sein.
6.2.1.1 Bildung des Konjunktivs I

Beim Konjunktiv I gibt es Gegenwarts-, Vergangenheits- und Zukunftsformen. Im Einzelnen sind es:

6.2.1.1.1 Konjunktiv I Bildung Präsens

Es wird der Verbstamm im Indikativ Präsens benötigt. Diesen erhält man, indem man von der 1. Person Plural Präsens (e)n wegstreicht. An den Präsensstamm werden dann die folgenden rotmarkierten Konjunktivendungen angehängt:

Präsensstamm + Konjunktivendung

haben sein hören
1. Person Singular: ich habe sei höre
2. Person Singular: du habest sei(e)st hörest
3. Person Singular: er, sie, es habe sei höre
1. Person Plural: wir haben seien hören
2. Person Plural: ihr habet seiet höret
3. Person Plural: sie haben seien hören
6.2.1.1.2 Konjunktiv I Bildung Perfekt

Den Konjunktiv I für die Vergangenheit bildet man mit dem Konjunktiv I vom Hilfsverb "sein" oder "haben" und dem Partizip II.

Konjunktiv I von "sein" oder "haben" + Partizip II

sagen (Hilfsverb haben) kommen (Hilfsverb sein)
1. Person Singular: ich habe gesagt sei gekommen
2. Person Singular: du du habest gesagt sei(e)st gekommen
3. Person Singular: er, sie, es habe gesagt sei gekommen
1. Person Plural: wir haben gesagt seien gekommen
2. Person Plural: ihr habet gesagt seiet gekommen
3. Person Plural: sie haben gesagt seien gekommen
6.2.1.1.3 Konjunktiv I Bildung Futur I

Den Konjunktiv I für die Zukunft (Futur I) bildet man mit dem Konjunktiv I vom Hilfsverb "werden" und dem Infinitiv.

Konjunktiv I von "werden" + Infinitiv

zeigen (Hilfsverb werden)
1. Person Singular: ich werde zeigen
2. Person Singular: du werdest zeigen
3. Person Singular: er, sie, es werden zeigen
1. Person Plural: wir werden zeigen
2. Person Plural: ihr werdet zeigen
3. Person Plural: sie werden zeigen
6.2.1.1.4 Konjunktiv I Bildung Futur II

Den Konjunktiv I für die Zukunft (Futur II) bildet man mit dem Konjunktiv I vom Hilfsverb "werden" und dem Partizip II sowie dem Infinitiv von "sein" oder "haben".

Konjunktiv I von "werden" + Partizip II + Infinitiv von "sein"

sagen (Hilfsverb haben) kommen (Hilfsverb sein)
1. Person Singular: ich werde gesagt haben werde gekommen sein
2. Person Singular: du werdest gesagt haben werdest gekommen sein
3. Person Singular: er, sie, es werde gesagt haben werde gekommen sein
1. Person Plural: wir werden gesagt haben werden gekommen sein
2. Person Plural: ihr werdet gesagt haben werdet gekommen sein
3. Person Plural: sie werden gesagt haben werden gekommen sein
6.2.1.2 Verwendung des Konjunktivs I

Der Konjunktiv I findet am meisten bei Aussagen oder Aufforderungen in der indirekten Rede Anwendung. Er wird überwiegend von professionellen Schreibern in der geschriebenen Sprache verwendet.

Beispiele:

  • indirekte Rede: Mein Vater hat gesagt, dass er die Waschmaschine reparieren werde.
  • indirekte Rede: Anne meinte, sie würde es zeitlich nicht schaffen.

Aber auch das Zitieren von Aussagen in der direkten Rede ist möglich.

Beispiele:

  • direkte Rede: Mein Vater hat gesagt: "Er werde die Waschmaschine reparieren."
  • direkte Rede: Anne meinte: " Ich werde es zeitlich nicht schaffen."

Generell wird der Konjunktiv I nicht häufig in Hauptsätzen verwendet. Ist dies der Fall, handelt es sich meist um Anleitungen, Anweisungen oder Rezepte.

Beispiel:

  • Man nehme vier Eier und eine Prise Salz.

6.2.2 Konjunktiv II

Man bezeichnet den Konjunktiv II auch als "Irrealis" (lateinisch: irreal = unwirklich, nicht real). Somit stellt er das Gegenstück zum Indikativ da.

6.2.2.1 Bildung des Konjunktivs II

Beim Konjunktiv II gibt es zwei Zeitformen, die Gegenwart (Präsens) und die Vergangenheit (Präteritum).

6.2.2.1.1 Konjunktiv II Bildung Präsens

Der Konjunktiv II Präsens hat die folgenden zwei Formen:

1. Präteritumstamm + Konjunktivendung

Es wird der Verbstamm im Indikativ Präteritum benötigt. Diesen erhält man, indem man von der 1. Person Plural Präteritum (e)n wegstreicht. An den Präteritumstamm werden dann die unten ersichtlichen rotmarkierten Konjunktivendungen angehängt.
Unregelmäßige Verben mit a, o oder u bilden eine Ausnamhe. Hierbei wird aus den genannten Vokalen der dazugehörige Umlaut - also ä, ö und ü.

haben sein können
1. Person Singular: ich hätte wäre könnte
2. Person Singular: du hättest wär(e)st könntest
3. Person Singular: er, sie, es hätte wäre könnte
1. Person Plural: wir hätten wären könnten
2. Person Plural: ihr hättet wär(e)t könntet
3. Person Plural: sie hätten wären könnten

2. Konjunktiv II von "werden" + Infinitiv

zeigen (Hilfsverb werden)
1. Person Singular: ich würde zeigen
2. Person Singular: du würdest zeigen
3. Person Singular: er, sie, es würde zeigen
1. Person Plural: wir würden zeigen
2. Person Plural: ihr würdet zeigen
3. Person Plural: sie würden zeigen
6.2.2.1.2 Konjunktiv II Bildung Präteritum

Der Konjunktiv II Präteritum hat die folgenden zwei Formen:

1. Konjunktiv II von "haben" oder "sein" + Partizip II

sagen (Hilfsverb haben) kommen (Hilfsverb sein)
1. Person Singular: ich hätte gesagt wäre gekommen
2. Person Singular: du du hättest gesagt wär(e)st gekommen
3. Person Singular: er, sie, es hätte gesagt wäre gekommen
1. Person Plural: wir hätten gesagt wären gekommen
2. Person Plural: ihr hättet gesagt wär(e)t gekommen
3. Person Plural: sie hätten gesagt wären gekommen

2. Konjunktiv II von "werden" + Partizip II + Infinitiv von "haben" oder "sein"

sagen (Hilfsverb haben) kommen (Hilfsverb sein)
1. Person Singular: ich würde gesagt haben würde gekommen sein
2. Person Singular: du würdest gesagt haben würdest gekommen sein
3. Person Singular: er, sie, es würde gesagt haben würde gekommen sein
1. Person Plural: wir würden gesagt haben würden gekommen sein
2. Person Plural: ihr würdet gesagt haben würdet gekommen sein
3. Person Plural: sie würden gesagt haben würden gekommen sein
6.2.2.2 Verwendung des Konjunktivs II

Den Konjunktiv II verwendet man primär, wenn man eine gedankliche Vorstellung, etwas möglicherweise Existierendes ausdrücken möchte. Phantasien, Wünsche, oder Träume gehören bspw. dazu.

Beispiele:

  • Wenn doch endlich Ferien wären.
  • Hätte ich doch blos daran gedacht.

Für hypothetische Annahmen in Form von irrealen Bedingungssätzen wird auch gerne der Konjunktiv II genutzt.

Beispiele:

  • Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich ein Affe.
  • Wären wir gesund gewesen, wären wir in den Urlaub gefahren.

Ebenfalls Anwendung findet der Konjunktiv II in irrealen Vergleichssätzen, also in Sätzen, die einen nicht realen Vergleich ausdrücken.

Beispiel:

  • Du siehst aus, als hättest du die ganze Nacht nicht geschlafen.

Für höfliche Anfragen bzw. Bitten wird gewöhnlich auch der Konjunktiv II verwendet.

Beispiel:

  • Könnten Sie mir bitte die Speisekarte geben.
  • Würdest du bitte das Fenster öffnen.

6.3 Imperativ

Der Imperativ wird auch als "Befehlsform" bezeichnet und wird im Deutschen häufig verwendet.

6.3.1 Bildung des Imperativs

Der Imperativ von regelmäßigen Verben und unregelmäßigen Verben wird durch das Anhängen der Imperativendungen -en ("wir" und "Sie") und -t ("ihr") an die Basis gebildet. Die Basis erhält man durch Abtrennung der Endung -en bzw. -n von der Grundform des Verbs (Beispiel: kommen).
Die 2. Person Singular ("du") besteht lediglich aus der Basis.
Es gibt auch unregelmäßige Verben, die in der 2. Person Singular ("du") den Vokal auf "i / ie" wechseln (z. B. "fressen" > "friss").

Infinitiv 2. Person
Singular (du)
1. Person
Plural (wir)
2. Person
Plural (ihr)
Höflichkeitsform
3. Person Plural (Sie)
kommen komm kommen kommt kommen
bleiben bleib bleiben bleibt bleiben
fressen friss fressen fresst fressen

6.3.2 Verwendung des Imperativs

Der Imperativ wird genutzt, um Aufforderungen oder Befehle - aber auch Ratschläge - an eine oder mehrere Personen zu richten. Dabei spricht er die Person(en) immer direkt und persönlich an. Dies ist auch der Grund, warum er nur in den Formen "du", "ihr", "wir" und in der Höflichkeitsform "Sie" verwendet wird.

In Sätzen steht das Verb immer am Anfang. Der Imperativ kann auch nur aus einer Verbform bestehen (siehe Beispiel Nr. 3). Zudem fällt bei den Formen "du" und "ihr" das Subjekt weg. Bei "wir" sowie der Höflichkeitsform "Sie" hingegen nicht.
Trennbare Verben trennt man auch im Imperativ. Dabei steht der Präfix am Ende des Satzes (siehe Beispiel Nr. 5).

Beispiele:

  1. Mach dich vom Acker!
  2. Gehen wir!
  3. Kommt!
  4. Verlassen Sie auf der Stelle mein Grundstück!
  5. Hol Oma vom Flughafen ab!