Umgangssprache

Deutsch wird als Landessprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesprochen. Neben der Standardform der Sprache im jeweiligen Land gibt es zahlreiche Sprachvarietäten. Am häufigsten begegnet uns dabei die Umgangssprache.

INHALTSVERZEICHNIS

1. Definition: Was ist Umgangssprache?

Der Duden definiert Umgangssprache als "Sprache, die im täglichen Umgang mit anderen Menschen verwendet wird; nicht der Standardsprache entsprechende, aber weitgehend akzeptierte, meist gesprochene überregionale Sprache" und als "Sprache, in der eine Gruppe miteinander umgeht, sich unterhält".

Umgangssprache wird von Sprachforschern auch als Regiolekt (Regionalsprache oder regionale Umgangssprache) aufgefasst. Sie ist nämlich ein Mittel der Kommunikation, das von einer bestimmten, meist sehr großen, Gemeinschaft in einer Region gesprochen und verstanden wird. Von Region zu Region kann sie sich dabei unterscheiden und mit lexikalischen und grammatikalischen Eigenheiten aus Dialekten angereichert sein, ohne das diese dominieren.
Von den Dialekten grenzt sie sich deutlich ab, da diese meist eine eigenständige Grammatik, ein eigenes Vokabular sowie eine eigene dialektale Aussprache besitzen.
Auch von der Standardsprache weicht sie ab, denn grammatikalische Fehler werden bisweilen toleriert und fallen oftmals gar nicht mehr als solche auf. Ein Beispiel dafür ist die Verwendung des Dativs nach dem Wort "wegen"; auch die Zeitformen werden teilweise anders verwendet als die Standardsprache es vorgeben würde.

Wie der Name schon sagt, ist Umgangssprache die Sprache, die im Umgang miteinander gesprochen und allgemein hin verstanden wird. Daraus geht auch schon die Antwort auf den nächsten Punkt hervor, nämlich wer sie eigentlich spricht.

2. Wer spricht Umgangssprache?

Umgangssprache wird in der Regel von allen Mitgliedern einer Sprachgemeinschaft gesprochen, wobei es regionale Abweichungen geben kann. Das heißt also, in Deutschland spricht beispielsweise jeder Umgangssprache, der in einer normalen, alltäglichen Situation kommuniziert und dabei nicht Dialekt spricht. Daher wird sie oft auch als Alltagssprache bezeichnet.

3. Woran erkennt man Umgangssprache?

Umgangssprache zeichnet sich durch sogenannte Kolloquialismen aus, bestimmte Wörter oder Redewendungen, die vorwiegend in der mündlichen Sprache benutzt werden. Dies sind Ausdrücke, die wir als "salopp" bezeichnen, mundartliche Begriffe oder auch Kraftausdrücke, die als unangemessen gelten. Dazu zählt bspw. die Vulgärsprache.

Die Art der Ausdrücke kann je nach sozialer Gruppe, Region und Situation variieren. Der Sprachstil ist jedoch stets informell. Die Umgangssprache steht zwischen der Standardsprache und den Dialekten, auch lässt sie sich gut von der Fachsprache abgrenzen.

4. Umgangssprache Beispiele beliebter Wörter

Die folgende Liste beinhaltet einige Beispiele für Umgangssprache, die im Deutschen gerne verwendet werden.

5. Was ist der Unterschied zwischen Standardsprache und Umgangssprache?

Standardsprache oder Standarddeutsch wird in der Öffentlichkeit verwendet und sollte in der Schule und auf der Arbeit in gesprochener und geschriebener Form verwendet werden. Auch im offiziellen Schriftverkehr - also etwa bei Kündigungsschreiben oder Abrechnungen - sollte sie zum Einsatz kommen. Die Standardsprache lässt sich am besten als Normung der deutschen Sprache beschreiben, die in Werken wie dem Duden mündet.

Umgangssprache hingegen unterliegt keiner Normung. Sie ist geprägt durch regionale und soziale Gegebenheiten und wird v. a. mündlich und im privaten Umfeld genutzt, wodurch sie bisweilen stark von der Standardsprache abweicht.

6. Welche Abgrenzungen zu anderen deutschen Sprachvarietäten gibt es?

Eine Sprache kann viele Ausprägungen haben. Während wir in alltäglichen Situationen Umgangssprache oder vielleicht sogar Dialekt sprechen, ist Fachsprache vor allem im berufliche Umfeld gang und gäbe. Im Nachfolgenden ein kurzer Überblick, welche Sprachvarietäten vorkommen, und wie sie sich von der Umgangssprache unterscheiden.

6.1 Standardsprache

Aus dem Deutschunterricht und den Nachrichten kennen wir sie gut, die Standardsprache. Auch im Schriftverkehr ist dies die Sprachvarietät, die in den meisten Fällen Anwendung findet.

Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie kodifiziert ist, das heißt es gibt hinsichtlich Anwendung und Aussprache bestimmte Regeln. Diese können in Grammatik- und Wörterbüchern nachgeschlagen werden, und werden beim Lernen der Sprache vermittelt. Diese Regeln machen eine Rechtschreibung überhaupt erst möglich; nicht-standardisierte Worte werden hingegen oftmals so geschrieben wie man sie spricht, was durchaus vielfältige Optionen zulässt.

Die Regelungen bezüglich der Aussprache sind bei der Standardsprache, die auch als Hochsprache bezeichnet wird, sehr wichtig. Eine einheitliche Aussprache ist die Grundlage dafür, dass die Sprache im kompletten Sprachraum problemlos verstanden werden kann. Das ist vor allem im Vergleich zu den regionalen Dialekten oftmals ein großer Unterschied.

In der Umgangssprache kann sowohl eine hochdeutsche wie auch eine dialektgeprägte Aussprache verwendet werden. Im Unterschied zur Standardsprache können Wörter darin vorkommen, die in keinem Nachschlagewerk zu finden sind. Dies ist auch bei der Fachsprache der Fall.

6.2 Fachsprache

In bestimmten Kreisen ist es angebracht, eine Fachsprache zu sprechen, um spezielle Dinge und Abläufe genau benennen zu können. Hierzu bedarf es Bezeichnungen und Ausdrücken, die nicht in der allgemeinen Standardsprache vorkommen, da es außerhalb dieses Kreises keine Notwendigkeit dafür gibt. Fachsprachen können als Register, beziehungsweise Unterkategorien der Standardsprache, gesehen werden.

Ein Beispiel aus der Reitersprache sei genannt. Während im Reitstall vermutlich jeder versteht, was gemeint ist, wenn ein Pferd vorwärts-abwärts geritten wird oder stark am Gebiss geht, wird dies bei Außenstehenden vermutlich nur Verwunderung hervorrufen.

In manchen Kreisen kommt in Verbindung mit der Fachsprache auch ein gehobener Sprachstil zur Anwendung. Dies führt zum einen dazu, bestimmte Dinge noch genauer ausdrücken zu können, zum anderen dient es der Identitätsbildung. Oft schränkt die Verbindung von Fachsprache und gehobenem Stil den Kreis jener stark ein, die verstehen, wovon gesprochen wird. Fachsprache kann aber durchaus auch mit anderen Sprachstilen verbunden werden.

6.3 Dialekte und regionale Varietäten

Des Weiteren begegnen wir im alltäglichen Sprachgebrauch Varietäten, die auf eine bestimmte Region begrenzt sind. Sie können Teil der Umgangssprache sein und nur bestimmte Wörter und Ausdrücke einschließen oder es kann sich um eine Mundart handeln.

Die im deutschen Sprachraum vorkommenden Mundarten beziehungsweise Dialekte haben sich eigenständig aus den seit dem Mittelalter gesprochenen Sprachformen entwickelt. Sie nutzen Wörter und Aussprache, die in ihrer Reinform für Außenstehende oft nur mit Mühe zu verstehen sind. Häufig werden jedoch nur einzelne Wörter oder Ausdrucksweisen in die an die Standardsprache angelehnte Alltagssprache integriert.

In den einzelnen Regionen, manchmal jedoch auch von Stadt zu Stadt, kann es unterschiedliche Begriffe für eine Sache geben. Das ist beispielsweise bei Backwerk gut zu beobachten. Mancherorts kauft man Brötchen, anderswo Semmel und hier und da auch Schrippen oder ein Weck. Auch bei Pflanzen, Früchten und Gemüse, die mitunter seit hunderten, wenn nicht gar tausenden Jahren den Weg der Menschen begleiten, gibt es oftmals zahlreiche unterschiedliche Namen. Schließlich sollte man nicht außer Acht lassen, dass ersten Ansätze zur Normung der deutschen Sprache erst Mitte des 17. Jahrhunderts gemacht wurden. Die deutsche Standardsprache ist folglich noch recht jung.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

7. Umgangssprache Liste