Beleidigungen & Schimpfwörter

Was wäre die Welt ohne Beleidigungen und Schimpfworte? Ein harmonisches Fleckchen. Die Vorstellung ist irgendwie irreal, oder? Obwohl einem solche Worte nicht immer gefallen, gehören sie nun mal in unseren Alltag.
Aber Obacht, nicht jede Personengruppe sollte man hiermit verbal beglücken. Insbesondere die Polizei versteht hier nur wenig Spaß. In Wortgefechten mit den Senatscowboys sollte man etwas mehr Niveau walten lassen und fiese Beleidigungen auch aus den letzten Hirnwindungen verbannen.
Für alle anderen Konversationen gibt es aber Hoffnung. Wer hier zum verbalen Rundumschlag ausholen möchte ist hier genau richtig. Ob üble Schimpfwörter oder lustige Beleidigungen und Sprüche für den alltäglichen Sprachgebrauch - im Folgenden findet Ihr eine große Auswahl.

INHALTSVERZEICHNIS

1. Definition: Was ist ein Schimpfwort?

Ein Schimpfwort ist ein Wort, das eine Person abwertet oder beleidigt. Ein Schimpfwort ist meistens kurz, prägnant und treffend. Andere Bezeichnungen sind "Scheltwort" ("schelten" im Sinne von "beschimpfen" oder "tadeln") oder der sprachwissenschaftliche Ausdruck "Maledictum" (lat. "malus" für "schlecht"und "dic" für "sagen", Plural: Maledicta). Schimpfwörter gehören zu den rhetorischen Stilmitteln. Angewendet werden sie in gesprochener oder geschriebener Form.

2. Welche Abgrenzungen gibt es bei Schimpfwörtern?

Schimpfwörter gibt es in der deutschen Sprache reichlich. Sie lassen sich grob in vier Gruppen unterteilen:

2.1 Vulgarismus

Im Vulgarismus kommen fast ausschließlich Begriffe der Fäkalsprache sowie Wörter, die sich auf Genitalien oder sexuelle Handlungen beziehen (Vulgärsprache), zum Einsatz. Auch Tierbezeichnungen sind üblich. Zu beachten ist jedoch, dass nicht jeder Vulgarismus ein Schimpfwort sein muss. Vulgarismen können auch Ausrufe des Erstaunens ("Ja, leck mich am Arsch!"), nicht auf Personen bezogene Flüche ("Scheiße!") oder Übertreibungen ("pissnass") sein.

Vulgarismen als Schimpfwörter

  • Fotze!
  • Arschloch!
  • Pimmel!
  • Hundesohn!
  • Scheißkerl!
  • Blöder Penner!
  • Hure!
  • Dreckschwein!

2.2 Diskriminierung

Diskriminierende Beleidigungen oder Beschimpfungen beziehen sich meistens auf Aspekte des Sonderbaren, einer Schwäche oder einer Minderheit, z. B. Nationalität, sexuelle Gesinnung, Aussehen oder Behinderungen. Diskriminierende Abwertungen und Beschimpfungen treffen häufig Menschen, die sowieso schon einen geschwächten Stand in der Gesellschaft haben oder benachteiligt sind. Ein diskriminierendes Schimpfwort kann aber auch bestimmte Berufsgruppen treffen, um deren Stand zu diffamieren ("Polizistenschwein", "Rechtsverdreher").

Diskriminierende Schimpfwörter

  • Dummer Zigeuner!
  • Krüppel!
  • Harzer!
  • Hässlicher Freak!
  • Neger!
  • Pollacke!

2.3 Fluchwort

Ein Fluch oder Fluchwort war ursprünglich ein Ausspruch, der eine Person mit dunkler Magie belegen sollte. Flüche waren Ausdrücke des direkten Wunsches, einem Menschen langfristig Schaden zuzufügen, um ihn zu strafen oder sich zu rächen. Früher nahm man Flüche sehr ernst und ging davon aus, dass sie Menschen tatsächlich verfolgen und schaden können.
Heute wird der Fluch etwas lockerer genommen. Oftmals dienen Fluchwörter dem Selbstausdruck, ohne jemanden schaden zu wollen ("Verflixt!", "Verflucht!"). Die ursprüngliche Form des Fluches kommt noch als Verwünschung vor.

Beschimpfungen mit Flüchen

  • Fahr zu Hölle!
  • Verreck doch, du Arschloch!
  • Dem wünsch ich das Grab!

2.4 Blasphemie

Blasphemie richtet sich ganz klar gegen das religiöse Empfinden einer Person oder beleidigt eine Religion beziehungsweise Gott selbst.
Flüche und Blasphemien lagen früher eng zusammen. Im christlichen Kulturkreis hat die blasphemische Beleidigung insgesamt an Bedeutung verloren. Wobei die öffentliche Verunglimpfung religiöser Symbole und Werte trotzdem häufig eine Straftat ist.
Richten sich Beschimpfungen gegen den Islam oder das Judentum reagieren Betroffene und die Öffentlichkeit sensibler.

Blasphemische Beleidigungen

  • Dio porco! (a.d. Italienischen "Schweinegott")
  • Ich scheiß auf deine Synagoge!
  • Der Koran lügt!
  • die Mohammed-Karikaturen
  • allgemein die Schmälerung religiöser Symbole (Jesus am Kreuz usw.)

3. Was versteht man unter einer Beleidigung?

Als Leid bezeichnen wir körperliche, psychische oder seelische Schmerzen, Unrecht oder Böses. Wenn es um die Beleidigung geht, dann belegt uns jemand mit einem solchen Schmerz oder Unrecht.
Neben Schimpfwörter können auch andere Botschaften beleidigend wirken. Manche Beleidigungen sind offensichtlich und gewollt, andere können aus Unwissenheit passieren. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn jemand unbedarft über ein Thema spricht, das beim Gegenüber sensibel bis traumatisch belegt ist.
Passive Aspekte der Kommunikation wie Nichtachtung oder die Gesprächsverweigerung können beleidigend wirken, ohne dass eine aktive Beschimpfung vorliegt.

4. Beleidigungen und Beschimpfungen können strafbar sein

Sicher wird in unserer Gesellschaft viel ge- und beschimpft, ohne dass es zu irgendwelchen juristischen Folgen käme. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen Menschen so schwer oder in einer solch diskriminierenden Weise gegen andere vorgehen, dass sich Opfer durch Strafverfolgung wehren. Im Strafgesetzbuch finden sich dazu unter anderem diese Formulierungen:

§§ 185-189 StGB Beleidigung, Verleumdung, üble Nachrede

  • Wenn die Beleidigung öffentlich, in einer Versammlung, durch Verbreiten eines Inhalts oder mittels einer Tätlichkeit begangen wird.
  • Wenn die Beleidigung gegen eine im politischen Leben des Volkes stehende Person öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts begangen wird.
  • Wer das Andenken eines Verstorbenen verunglimpft.
  • Grundsätzlich alle Beleidigung gegen Amtsträger, Angehörige des öffentlichen Dienstes oder der Bundeswehr.

§ 166 StGB Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen

  • Wenn öffentlich oder durch Verbreiten eines Inhalts Teile des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses beschimpft werden und der öffentliche Frieden dadurch gefährdet ist.
  • Wenn öffentlich oder durch Verbreiten eines Inhalts eine im Inland bestehende Kirche, Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, deren Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft werden, den öffentlichen Frieden stört.

Bestraft werden Beleidigungen mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafen.

5. Gibt es "politisch korrekte" Beleidigungen?

"Politisch korrekte" bzw. sozial akzeptable Beleidigungen die straffrei sind, sind die, die alltäglich im Vorübergehen oder ohne besondere Schärfe und persönlichen Bezug passieren. Wobei die Grenzen hier je nach persönlichem Empfinden sehr unterschiedlich ausfallen. Selbst Gerichten fällt die Rechtsprechung in diesem Bereich nicht immer leicht und Urteile fallen verschieden aus. Im Zweifel sollte man seine Wut einfach im Zaum halten.

6. Was kann man tun, wenn man selbst beleidigt wurde?

Hier kann man keine allgemeingültige Empfehlung aussprechen. Bei alltäglichen Beschimpfungen oder Missverständnissen kann man als Betroffener bestenfalls über den Umstand hinweggehen.
Wer sensibler ist oder hitzköpfig reagiert, wird natürlich schneller nach Rache oder einem Ausgleich streben.
Insgesamt sollten sich Menschen im Interesse des allgemeinen Friedens immer gut überlegen, ob man Verleumdungen oder Beschimpfungen überhaupt annehmen möchte.
Im Zen (eine Strömung des Buddhismus) gibt es die Kunst des "Nicht-Reagierens". Das erfordert aber ein hohes Maß an Selbstbeherrschung und Persönlichkeitsschulung.
Wird man von einer Einzelperson oder einer Gruppierung in nachhaltig schadender Weise diffamiert, sollte man seine Rechte sichern und Anzeige erstatten. Um rechtlich gegen Beschimpfungen und Beleidigungen vorzugehen, sind Beweise oder Zeugen notwendig.

7. Lustige Beleidigungen & Schimpfwörter

8. Alte Beleidigungen & Schimpfwörter

9. Beleidigungen & Schimpfwörter Liste