Teilen Autor: Silvan Maaß Im Wörterbuch: Reduplikation Die Reduplikation - auch "Iteration" genannt (zu lateinisch "iteratio" für Wiederholung) - ist ein linguistisches Phänomen, das in vielen Sprachen auf der ganzen Welt zu finden ist. Es bezieht sich auf die Wiederholung eines Teils oder der gesamten lexikalischen Einheit eines Wortes, sei es eines einzelnen Morphems (der kleinsten bedeutungstragenden Einheit in einer Sprache) oder eines ganzen Wortes. Genauer gesagt handelt es sich um einen morphologischen Prozess, bei dem eine zugrundeliegende Form (Basis) und eine abgeleitet Form miteinander verbunden sind. Dieser Prozess beinhaltet, dass die Lautkette der Basis oder ein Teil davon kopiert wird, wobei die Kopie als Reduplikant bezeichnet wird. Durch Affigierung dieser Kopie an die Basis entsteht die abgeleitete Form. Wenn die gesamte Basis kopiert wird, spricht man von totaler Reduplikation, während bei der partiellen Reduplikation nur ein Teil der Basis kopiert wird. Arten von Reduplikationen / Iterationen Im Rahmen der Wortbildung unterscheidet man zwischen folgenden Arten der Reduplikation: Identische Reduplikation mit morphologischer Basis: Popo, Purpur Identische Reduplikation ohne morphologische Basis: Kiki, Mama, plemplem Reimbildende Reduplikation: Hierbei wird der konsonantische Anlaut variiert.Beispiele: Klimbim (k zu b), Kuddelmuddel (k zu m), ruckzuck (r zu z) Vokalalternierende Reduplikation: Hierbei wird der Vokal variiert.Beispiele: Flickflack (i zu a), Flipflop (i zu o) Abgrenzungen Reduplikationen müssen von Onomatopoetika abgegrenzt werden. Dazu gehören lautmalerisch gebildete Wörter wie bspw. "wauwau" und "kuckuck". Zu unterscheiden ist zudem die Triplikation, bei der im Gegensatz zur Duplikation (zwei) gleich drei Wiederholungen eines gleichen oder ähnlichen Wortes oder Wortteils verwendet werden. Beispiel: Pipapo Reduplikation Beispiele Abrakadabra ballaballa Barbar Beriberi Blabla Bonbon bye-bye Cancan Chichi Couscous doppeltgemoppelt Effeff fifty-fifty fix und foxi Flickflack Flipflop Froufrou gaga haha halbe-halbe Halligalli Heckmeck Helfershelfer Hickhack hihi hoho Hokuspokus holterdipolter Hoppelpoppel hopplahopp hopsasa Jo-Jo Kiki Kindeskind Klein-Klein Klimbim klipp und klar Kompetenzkompetenz Krimskrams Kuddelmuddel Kuskus lala Larifari Lulu Mama Mischmasch mit Sack und Pack Mitte-Schnitte Muckefuck multikulti Multikulti nigelnagelneu Papa papperlapapp Papperlapapp Picknick Pillepalle pillepalle Pingpong Pinkepinke Pipi plemplem Popo Purpur ratzfatz Remmidemmi Rokoko ruckzuck schalten und walten schickimicki Schnickschnack Schurrmurr schwuppdiwupp Simsalabim Singsang soso tagtäglich Techtelmechtel ticktack Tingeltangel tipptopp Töfftöff Tohuwabohu Tuk-Tuk Wehwehchen Wirrwarr Wischiwaschi wortwörtlich Yo-Yo zappzarapp Zickzack Reduplikation / Iteration als Liste zum Ausdrucken Über den Autor Silvan Maaß ist Diplom-Kommunikationswirt (dab) sowie Mitbegründer der Sprachnudel, wodurch er sich seit über 20 Jahren beinahe täglich mit theoretischer und angewandter Linguistik beschäftigt. Die Lebendigkeit der Sprache hat es ihm besonders angetan. Daher interessiert er sich insbesondere für Okkasionalismen und Neologismen - zwei kreative Themenfelder der Linguistikforschung, die in unserer Gesellschaft relevanter denn je sind.Viele seiner Gedanken und Beobachtungen hat er im Sprachnudel-Magazin verfasst, wo er regelmäßig über sprachliche Phänomene und aktuelle Entwicklungen der deutschen Sprache schreibt.