Autor: Silvan Maaß
Im Wörterbuch:
Archaismus
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Dieser Artikel erklärt...
Wer sich mit dem Deutschen und seiner Geschichte beschäftigt, kommt an Archaismen nicht vorbei.
- Hier erfahrt ihr, was Archaismen genau sind und woher der Begriff stammt. Es wird gezeigt, wo und warum sie verwendet werden, zum Beispiel in historischen Filmen, politischen Reden oder der Werbung. Es wird auch dargelegt, welche Ursachen dazu führen, dass Wörter aus dem aktiven Sprachgebrauch verschwinden, etwa Sprachwandel, Globalisierung oder Sprachpolitik. Außerdem wird erklärt, wie sich Archaismen von verwandten Begriffen wie Historismen und Neologismen unterscheiden.
Interesse? Dann lies den ganzen Artikel.
1. Definition: Was ist ein Archaismus?
In der Lexikologie ist ein Archaismus ein sprachlicher Ausdruck, der als veraltet gilt bzw. von einem Großteil der Sprecher einer Sprache als "altmodisch" wahrgenommen wird und daher kaum noch gebräuchlich ist. Er gehört lediglich zu ihrem passiven Wortschatz. Bei jüngeren Sprechern sind Archaismen häufig sogar völlig unbekannt. Ältere Sprecher nutzen sie hingegen auch in ihrem aktiven Wortschatz.
In der Rhetorik bezeichnet man Archaismen als veraltete, altmodische Wörter, die bewusst als Stilmittel verwendet werden.
2. Woher stammt der Begriff Archaismus?
Der Begriff "Archaismus" stammt vom Altgriechischen "archaĩos" für "uranfänglich", "alt".
3. Wo / wofür werden Archaismen verwendet?
Archaische Wörter rsp. alte Wörter werden im Rahmen zwischenmenschlicher Kommunikation eher selten im Alltag genutzt. Einige Sprecher setzen sie aber gezielt ein, um etwa die eigene Bildung zu demonstrieren. Darüber hinaus können sie auch als Form des künstlerischen Ausdrucks dienen oder einen Bezug zur Geschichte und zu traditionellen Werten herstellen. Sie werden u.a. verwendet...
- in Büchern oder historischen Filmen, um eine bestimmte Epoche oder Sprachform zu imitieren oder zu betonen, in der eine Handlung spielt.
- in der Werbung oder in Firmennamen, um Tradition und Qualität zu akzentuieren.
- in politischen Reden, um eine kulturelle oder nationale Identität zu betonen oder ihnen eine besondere Ernsthaftigkeit oder Bedeutung zu verleihen.
- als Analyseinstrument in der Linguistik, um die Entwicklung und Veränderung von Sprache im Laufe der Zeit zu untersuchen.
4. Ursachen für Archaismen
Warum verschwinden Wörter aus unserem Wortschatz und werden zu Archaismen? Hierfür gibt es verschiedene Gründe:
- Sprachwandel: Die Sprache ist einem ständigen Wandel unterworfen, da sich unsere Gesellschaft, Technologie und Kultur ständig weiterentwickelt. Wenn bestimmte Konzepte oder Gegenstände nicht mehr relevant oder gebräuchlich sind, verschwinden auch die Wörter, die sie beschreiben, aus unserem Wortschatz.
- Kultureller Einfluss: Wenn sich unsere Gesellschaft verändert, ändern sich auch die Werte und Normen, die unser Denken und Verhalten beeinflussen. Diese kulturellen Veränderungen können auch dazu führen, dass bestimmte Wörter und Ausdrücke als veraltet oder unangebracht angesehen werden und daher aus unserem Wortschatz zurückgedrängt werden.
- Sprachpolitik: In manchen Fällen kann die offizielle Sprachpolitik einer Gesellschaft dazu beitragen, bestimmte Wörter oder Ausdrücke aus dem Wortschatz zu entfernen. Zum Beispiel können bestimmte Wörter als politisch inkorrekt angesehen werden und deshalb nicht mehr genutzt werden.
- Globalisierung: Die zunehmende Globalisierung kann dazu führen, dass Wörter aus anderen Sprachen in unseren Wortschatz integriert werden und die Verwendung von zuvor verwendeten Wörtern aus der eigenen Sprache durch sie zurückgedrängt werden.
5. Abgrenzungen
Die Linguistik kennt zahlreiche sprachliche Phänomene. Um Verwechslungen zu vermeiden, sollten Archaismen wie folgt abgegrenzt werden:
5.1 Historismus
Historismen nennt man die Verwendung von Elementen aus einer bestimmten historischen Epoche oder einem historischen Kontext in der Sprache. Dies kann nicht nur Wörter und Grammatik betreffen, sondern auch Pragmatik, Höflichkeitsformen oder Anredeformen.
Sie werden u.a. in literarischen Werken oder historischen Nachstellungen verwendet, um einen bestimmten historischen oder stilistischen Effekt zu erzielen.
5.2 Neologismus
Neologismen sind neugeprägte Wörter in einer Sprache bzw. innerhalb einer Sprachgemeinschaft, die eine neu entstandene Idee, ein Konzept, ein Phänomen oder einen Gegenstand beschreiben. Diese Wörter werden oft aufgrund gesellschaftlicher, technologischer oder kultureller Veränderungen geschaffen und können sich im Laufe der Zeit in die allgemeine Sprachpraxis integrieren oder auch wieder verschwinden.
Neologismen tragen dazu bei, dass Sprachen dynamisch bleiben und sich an die sich wandelnde Welt anpassen.
Hast du gewusst, dass Werbetexter Archaismen gezielt einsetzen, um Produkten einen Hauch von Tradition und Qualität zu verleihen?
Wusstest du, dass die Globalisierung dazu beiträgt, dass heimische Wörter aus dem Sprachgebrauch verdrängt werden und so zu Archaismen werden?
6. Wirke sofort wie ein Experte
Mit diesen Fragen signalisierst du beim nächsten Gespräch sofort, dass du weißt, wovon du redest:
- Hast du gewusst, dass Werbetexter Archaismen gezielt einsetzen, um Produkten einen Hauch von Tradition und Qualität zu verleihen?
- Wusstest du, dass die Globalisierung dazu beiträgt, dass heimische Wörter aus dem Sprachgebrauch verdrängt werden und so zu Archaismen werden?
7. Archaismen Lexikon
Wer auf der Suche nach Beispielen ist oder gezielt recherchieren möchte, der ist herzlich dazu eingeladen, 4.291 alte Wörter zu durchstöbern. Viel Spaß dabei!
Archaismus als Liste zum Ausdrucken
Über den Autor
Silvan Maaß ist Diplom-Kommunikationswirt (dab) sowie Mitbegründer der Sprachnudel, wodurch er sich seit über 20 Jahren beinahe täglich mit theoretischer und angewandter Linguistik beschäftigt. Die Lebendigkeit der Sprache hat es ihm besonders angetan. Daher interessiert er sich insbesondere für Okkasionalismen und Neologismen - zwei kreative Themenfelder der Linguistikforschung, die in unserer Gesellschaft relevanter denn je sind.
Viele seiner Gedanken und Beobachtungen hat er im Sprachnudel-Magazin verfasst, wo er regelmäßig über sprachliche Phänomene und aktuelle Entwicklungen der deutschen Sprache schreibt.