Was bedeutet Gest?
[1] landschaftlich, besonders Norddeutschland veraltend, Südafrika (KwaZulu-Natal) selten: eine mit Hefepilzen durchsetzte Substanz, die verwendet wird als ein Gärprozess einleitendes Mittel bei der Herstellung bestimmter (alkoholischer) Getränke und als dem Teig beigegebener Stoff, der das Aufgehen/Treiben von Teig für bestimmte Backwaren bewirkt

Etymologie

Wortherkunft & Verweise

Einer Quelle zufolge handelt es sich um ein Erbwort aus dem mittelhochdeutschen gest → gmh "(gärender) Schaum" (vergleiche gleichbedeutend mittelniederdeutsches gest → gml), welches eine Nebenform von jest → gmh (siehe »Gischt«) ist.(1); vergleiche auch schwedisch jäst (altschwedisch iaester), niederländisch gist, gest und englisch yeast, sanskrit yasati; aus germanisch *jas-, von indogermanisch jes-(2)
Eine andere, ältere, Quelle hält das Wort für ein Verbalsubstantiv zu gären.(3)
Bei dem Wort handelt es sich um einen erhaltenen norddeutschen Regionalismus, der in der norddeutschen Mundart der Lüneburger Heide in der Bedeutung "gepresste Hefe (Bierhefe) zum Backen"(4) bezeugt ist sowie im Ostfriesischen(5), in der hamburgischen Mundart(6) als auch in den schleswig-holsteinischen(7) und mecklenburgischen(8) Mundarten.(9)
  1. Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. In zehn Bänden. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. 4. Band Gele–Impr, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, ISBN 3-411-04773-9, DNB 965408256 , Seite 1493.
  2. Elof Hellquist: Svensk etymologisk ordbok. 1. Auflage. C. W. K. Gleerups förlag, Berlingska boktryckeriet, Lund 1922 (digitalisiert)  "jäsa", Seite 286
  3. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 "Gest"
  4. Eduard Kück: Lüneburger Wörterbuch. Wortschatz der Lüneburger Heide und ihrer Randgebiete. Seit 1900 zusammen mit vielen Mitarbeitern gesammelt und sprachwissenschaftlich sowie volkskundlich erläutert. 1. Band, Wachholtz, Neumünster 1942, Seite 563 .
  5. Jan ten Doornkaat Koolman: Wörterbuch der ostfriesischen Sprache. 2. Band, H. Braams, Norden 1882, Seite 618 .
  6. Michael Richey: IDIOTICON HAMBVRGENSE oder Wörter-Buch, Zur Erklärung der eigenen, in und um Hamburg gebräuchlichen, Nieder-Sächsichen Mund-Art. Conrad König, Hamburg 1755, Seite 73 (Google Books) .
  7. Otto Mensing: Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch. 2. Band, Wachholtz, Neumünster 1927–1935, Seite 360 .
  8. Richard Wossidlo, Hermann Teuchert: Mecklenburgisches Wörterbuch. 3. Band, Wachholtz, Neumünster 1961, Seite 149 .
  9. Hildegard Irma Stielau: Nataler Deutsch. Eine Dokumentation unter besonderer Berücksichtigung des englischen und afrikaansen Einflusses auf die deutsche Sprache in Natal. In: Im Auftrag des Instituts für deutsche Sprache, Mannheim herausgegeben von Leopold Auburger, Heinz Kloss, Gottfried Kolde (Herausgeber): Deutsche Sprache in Europa und Übersee. Berichte und Forschungen. 7. Band, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1980, ISBN 3-515-02635-5, DNB 800037642 , Seite 78.

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • Gest

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 1
  • Silbentrennung: "Gest" ist nicht trennbar, kein Plural

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): ɡɛst

Reimwörter

Was sind Reimwörter?

Was reimt sich auf "Gest"?

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Genus

Was ist Genus?
Maskulinum (männlich, Artikel: der)
Femininum (weiblich, Artikel: die)

Numerus & Kasus

Was ist Numerus & Kasus?

Deklination / Einzahl & Mehrzahl von "Gest":

Nominativ Singular 1 der Gest
Nominativ Singular 2 die Gest
Genitiv Singular 1 des Gestes
Genitiv Singular 1 des Gests
Genitiv Singular 2 der Gest
Dativ Singular 1 dem Gest
Dativ Singular 2 der Gest
Akkusativ Singular 1 den Gest
Akkusativ Singular 2 die Gest

Sprache

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • landschaftlich
  • selten

Wortschatz

Was bedeutet Wortschatz?

Quantitative Linguistik

Die Quantitative Linguistik ist die Statistik der Sprachwissenschaft.

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"Gest" gehört nicht zum deutschen Grundwortschatz.

Länge nach Buchstaben

"Gest" umfasst 4 Buchstaben.

:

Buchstabenhäufigkeit

Was bedeutet Buchstabenhäufigkeit?
E 1-mal 17,22% (sehr häufig)
S 1-mal 6,72% (mäßig häufig)
T 1-mal 6,03% (mäßig häufig)
G 1-mal 3,29% (gelegentlich)

Konsonanten und Vokale

"Gest"

enthält einen Vokal und 3 Konsonanten

Worthäufigkeit

Was bedeutet Worthäufigkeit?

Der Begriff "Gest" wird selten im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird der Rang nach Worthäufigkeit ermittelt?

Der Eintrag "Gest" belegt Position 43942 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Beispiele

Beispielsätze

Für "Gest" ist noch kein Beispiel vorhanden. Hilf mit und trage den ersten Beispielsatz ein.

Semantik

Assoziation

Nimmst du "Gest" eher als positiv oder negativ wahr?

Hyperonyme

Was ist ein Hyperonym?

Oberbegriffe von "Gest":

Buchstabenspiele

Scrabble

Was ist Scrabble?
  • Buchstabenwert für "Gest": 5
    • Die Berechnung basiert auf:
      ∑ aus G(2), E(1), S(1), T(1)
      Insgesamt ergibt das 5 Punkte.
  • Tipp: Wortfinder für Scrabble nutzen!

Anagramme

Was ist ein Anagramm?

Aus den Buchstaben von "Gest" lassen sich diese Wörter bilden:

Isogramme

Was ist ein Isogramm?

"Gest" ist ein Isogramm. Jeder Buchstabe kommt darin nur einmal vor.

Wortprofile

Wortkarte

Was ist eine Wortkarte?

Wortgruppen

Phrasenbildungen

Wortlisten

"Gest" ist in folgenden Wortlisten zu finden:

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verifizierter Eintrag (SM, 01/2023