blaumachen

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • blaumachen

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 3
  • Silbentrennung: blau | ma | chen, Präteritum mach | te blau, Partizip II blau | ge | macht

Etymologie

Bedeutung (Definition)

Was bedeutet "blaumachen"?

[1] nicht zur Arbeit (zur Schule) gehen; seinen Verpflichtungen nicht nachkommen; ohne triftigen Grund fernbleiben

Wortherkunft & Verweise

[1] Die Herkunft der Redewendung ist nicht gesichert, es existieren dazu unterschiedliche Hypothesen:
  • [a] Entstanden aus dem Ausdruck Blauer Montag für den arbeitsfreien Montag der Handwerker: "Blauen Montag machen" hätte sich demnach erweitert zu der Bedeutung "nicht arbeiten, der Arbeit fernbleiben"
  • [b] Entstanden unter Vermittlung des Rotwelschen aus Jiddisch belo "ohne". Demnach wäre ein aus belo entstandenes Rotwelsches lo, lau (wie in der Redensart für lau, "für nichts, kostenlos") in der verstärkenden Form wlo, wlau ("sehr schlecht, sehr böse, sehr schlimm, gar nichts, überhaupt nichts") zu "blau" geworden und ein – zwar nicht belegtes, aber postuliertes – rotwelsches blau machen im Sinne von "nichts tun" in die allgemeine Umgangssprache übernommen worden.
  • [c] In einer von der Sprachwissenschaft nicht vertretenen Erklärungsweise wird angenommen, die Redewendung wäre aus der Praxis des Färberwesens entstanden, speziell der Indigo- oder Waidfärber, die für die Herstellung des Indigoblau die Blätter des Färberwaid in Kübeln mit (menschlichem) Urin vergoren. Um genügend Urin zu erhalten, wurde der Tag dazu benutzt, sich reichlich zu betrinken, was dem Gedanken der Arbeit wohl nicht sehr nahe kam. Später wurden die gefärbten Stoffe in einer letzten Phase des Färbevorgangs an der Luft getrocknet, wobei erst in dieser Phase durch Oxidierung die blaue Färbung entsteht. Weil die Blaufärber in dieser Phase ebenfalls denkbar wenig gearbeitet haben, wäre aus dem gesamten technischen Vorgang des Blaumachens ein allgemeinsprachlicher Ausdruck für "Nichtstun" entstanden, und auch der Ausdruck Blauer Montag soll hieraus abzuleiten sein, weil der Montag der übliche Tag für die letzte (?) Phase des Blaufärbens gewesen sei.

Sprache

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • umgangssprachlich

Quantitative Linguistik

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"blaumachen" gehört nicht zum deutschen Grundwortschatz.

Wortlänge nach Buchstaben

"blaumachen" umfasst 10 Buchstaben.

Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "blaumachen" wird selten im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "blaumachen" belegt Position 85769 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Flexion

Was ist Flexion?
Präsens ich mache blau
Präsens du machst blau
Präsens er, sie, es macht blau
Präteritum ich machte blau
Partizip II blaugemacht
Konjunktiv II ich machte blau
Imperativ Singular mach blau
Imperativ Singular mache blau
Imperativ Plural macht blau
Hilfsverb haben

Beispiele

Beispielsätze

  • Er ist so faul, dass er am liebsten jeden Montag blaumachen würde.
  • Der echte Wiener tut gerne blaumachen, schwarz arbeiten und rot wählen.

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): ˈblaʊ̯ˌmaxn̩

Ähnlich klingende Wörter

Reimwörter

Was sind Reimwörter?

Was reimt sich auf "blaumachen"?

Semantik

Assoziation

Nimmst du "blaumachen" eher als positiv oder negativ wahr?

Assoziative Bedeutungen

Hyponyme

Was ist ein Hyponym?

Synonyme

Was ist ein Synonym?
zeige alle Synonyme für blaumachen

Kategorien

User Feedback

Gefällt dir der Begriff?

Umfrage

Befragung zur Nutzung von "blaumachen" im persönlichen Sprachgebrauch.

Kommentare

Zu "blaumachen" sind noch keine Kommentare vorhanden.

Alphabetisch blättern

Wörter davor im Alphabet

Wörter danach im Alphabet