bieten

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • bieten

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 2
  • Silbentrennung: bie | ten, Präteritum bot, Partizip II ge | bo | ten

Etymologie

Bedeutung (Definition)

[1] kundtun, dass man etwas zu leisten bereit ist; etwas zur Verfügung oder in Aussicht stellen, etwas zusichern
[2] gehoben: etwas reichen, hinhalten
[a] seinen Hals/Nacken (der Strafe) bieten: mit dem Leben für etwas einstehen
[b] Brust/Kopf/Stirn/Spitze/Trotz bieten: Widerstand leisten, trotzen
[3] etwas gewähren
[4] etwas darbieten
[5] etwas zum Vorschein kommen oder sichtbar werden lassen, zeigen
[6] jemandem etwas zumuten
[7] veraltete Bedeutung: jemanden grüßen (jemandem die Zeit/einen Gruß/einen guten Morgen… bieten)
[8] veraltete Bedeutung: etwas melden oder ankündigen, jemandem etwas sagen lassen
[9] veraltete Bedeutung: etwas befehlen oder gebieten, jemanden etwas heißen
[10] ein Angebot (bei einer Versteigerung) machen
[11] sich zeigen
[12] sich ergeben, sich eröffnen

Wortherkunft

Das Verb bieten lässt sich auf das althochdeutsche biotan (anbieten, entgegenstrecken) zurückführen. Bereits im Mittelhochdeutschen ist die Form bieten (darreichen, gebieten) nachzuweisen. Wegen der entsprechenden Formen biodan (bieten) im Altsächsischen, bēodan  (ankündigen, gebieten, zeigen) im Altenglischen, bid  (ankündigen, gebieten, zeigen)im Englischen, bjōða → non (bieten), bjuda  (anbieten, gebieten, zeigen) im Schwedischen sowie anabiudan (entbieten, befehlen) und faúrbiudan (verbieten) im Gotischen stellt sich bieten als gemeingermanisches Verb dar. Von seiner lautlichen Gestalt her lässt es sich zu außergermanischen Verwandten wie dem altgriechischen πεύθεσθαι (pēū́thesthai) → grc und πυνθάνεσθαι (pynthánesthai) → grc (erfahren, merken, erfragen), dem altindischen बोधति (bṓdhati) (wacht, beachtet), dem altslawischen bъděti (wachen) und bl’usti (wahren), dem russischen будить (buditʹ (wecken) und блюсти (bljusti (behüten) und dem litauischen budė́ti  (wachen) stellen. Sie alle stammen vom indoeuropäischen *bheudh- (wach sein, beobachten, kundtun, darbieten, gebieten).(1)
  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9 , "bieten", Seite 134

Sprache

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • bildungssprachlich
  • gehoben
  • Wirtschaft

Quantitative Linguistik

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"bieten" gehört zum deutschen Grundwortschatz.

Wortlänge nach Buchstaben

"bieten" umfasst 6 Buchstaben.

Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "bieten" wird sehr oft im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "bieten" belegt Position 185 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Flexion

Was ist Flexion?
Präsens ich biete
Präsens du bietest
Präsens du beutst
Präsens er, sie, es bietet
Präsens er, sie, es beut
Präteritum ich bot
Partizip II geboten
Konjunktiv II ich böte
Imperativ Singular biete
Imperativ Singular beut
Imperativ Singular biet
Imperativ Plural bietet
Hilfsverb haben

Beispiele

Beispielsätze

  • Ich biete dir einen mehr als adäquaten Ersatz für dein altes Fahrrad.
  • Was bietest du mir dafür?
  • Dieser Raum bietet genügend Platz für Großveranstaltungen.
  • Kriemhild bot mir die Hand zur Versöhnung.
  • Wie es sich einem Kavalier geziemt, bot Otto Fräulein Schneider den Arm, um sie in den Ballsaal zu führen.
  • Wann wird sie mir endlich den Mund zum Kusse bieten?
  • Nach dem Kampf wurden einander auf des Schwertes Spitze Kostbarkeiten zur Versöhnung geboten.
  • [2a] Beutst du deinen Hals der Strafe des Mordes?
  • [2b] Du musst aller Welt die Brust bieten, mein Bruder.
  • [2b] Die Aufständischen boten dem König die Spitze.
  • Irgendjemand wird dir schon ein Obdach bieten.
  • Genieße all das, was Himmel und Erde dir bieten.
  • Auf der Feier wurde ein unterhaltsames Programm geboten.
  • Dieses Gebäude bietet dem Auge wenig Ergötzliches.
  • Das lasse ich mir nicht mehr bieten.
  • So eine Schlamperei lasse ich mir nicht bieten!
  • So etwas Ungeheuerliches ist mir bisher noch nicht geboten worden.
  • Ich biete immerzu jedem, den ich treffe, einen guten Morgen.
  • Hast du heute schon der Komtesse die Zeit geboten?
  • Die Herzogin bietet den tapferen Männern alles Gute.
  • Bietet allen, sie sollen sich vom Fluss fernhalten!
  • Der Richter beut, dass ich zwanzig Gulden zahlen soll.
  • Ich biete dem Wachmann, er soll die gegnerische Abordnung hereinlassen.
  • Niemand bot auf diese umfangreiche Münzsammlung.
  • Ich habe 15.000 € geboten, aber der Zuschlag erfolgte erst bei 23.000 €.
  • An der Unfallstelle bot sich den herbeigeeilten Rettungskräften ein Bild des Grauens.
  • Nun bietet sich Ihnen die einmalige Gelegenheit, die neueste Entwicklung unseres Hauses, dieses völlig neuartige Reinigungsgerät, exklusiv und kostenlos in Ihrem Haushalt zu testen.
  • So eine Chance wird sich mir nie wieder bieten.
  • Diesen Moment gilt es zu nutzen. Er bietet sich nie mehr wieder.

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): ˈbiːtn̩

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Reimwörter

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Semantik

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Assoziative Bedeutungen

Bedeutungsgleiche Wörter im Englischen

  • bid

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Wortgruppen

Phrasenbildungen

Kategorien

Verwendung in anderen Quellen

Redewendungen

Zitate

  • Die kluge Frau wünscht sich immer ein bißchen mehr, als ihr Mann ihr bieten kann, aber niemals so viel, daß er entmutigt wird.

    Sarah Bernhardt (1844 - 1923)

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