schelten

• Kategorie: Archaismus

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • schelten

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 2
  • Silbentrennung: schel | ten, Präteritum schalt, Partizip II ge | schol | ten

Häufige Rechtschreibfehler

  • schelden

Etymologie

Bedeutung (Definition)

Was bedeutet "schelten"?

[1] intransitiv, gehoben: schimpfen
[2] transitiv, gehoben: ausschimpfen, schmähen
[3] transitiv, gehoben, herabsetzend: jemanden als etwas bezeichnen
[4] gehoben: tadeln, Kritik üben
[5] veraltet: fluchen, lästern
[6] veraltet: jemanden mit einem Spottnamen belegen
[7] veraltet, mit doppeltem Akkusativ oder mit für: jemandem einen ehrenwerten Titel verleihen, um damit auszudrücken, dass dies eigentlich unverdient ist
[8] veraltet, reflexiv: sich mit jemandem zanken
[9] Rechtssprache, veraltet: anklagen
[10] Rechtssprache, veraltet: einen unredlichen Handwerker aus der Innung ausschließen und durch Treibebriefe von Ort zu Ort verfolgen
[11] Rechtssprache, veraltet: jemanden für unehrlich erklären, bescholten machen
[12] Rechtssprache, veraltet, in Verbindung mit los oder quitt: jemanden von einer Strafe freisprechen

Wortherkunft & Verweise

Das Verb stammt vom althochdeutschen skeltan, dem mittelhochdeutschen schelten oder schelden (schmähen, tadeln, beschimpfen) und dem altniederfränkischen skeldan ab. Zusammen mit dem mittelniederdeutschen schelden, dem mittelniederländischen scelden und dem niederländischen schelden  gehen diese Formen auf eine Dentalerweiterung des indoeuropäischen *skel-, das eine s-Variante der indoeuropäischen Wurzel *kel(ɘ)- (rufen, lärmen) darstellen kann.(1)
  1. Wolfgang Pfeifer et al.: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 8. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-32511-9 , "schelten", Seite 1191

Sprache

Sprachvarietät

Was ist eine Sprachvarietät?

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • gehoben
  • veraltet

Quantitative Linguistik

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"schelten" gehört nicht zum deutschen Grundwortschatz.

Länge nach Buchstaben

"schelten" umfasst 8 Buchstaben.

Konsonanten und Vokale

"schelten"

enthält 2 Vokale und 6 Konsonanten

Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "schelten" wird wenig im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Eintrag "schelten" belegt Position 34014 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Flexion

Was ist Flexion?
Präsens ich schelte
Präsens du schiltst
Präsens er, sie, es schilt
Präteritum ich schalt
Partizip II gescholten
Konjunktiv II ich schälte
Konjunktiv II ich schölte
Imperativ Singular schilt
Imperativ Plural scheltet
Hilfsverb haben

Beispiele

Beispielsätze

  • Arnd schalt, weil niemand ihm zu Hilfe eilte, als er in die Baugrube gefallen war.
  • Ich schelte ihn nicht, obwohl er meinen Spitzer verloren hat.
  • Sie schalt ihn einen Dummkopf.
  • Du musst nicht immer so vieles schelten.
  • Dass wir schelten, heißt nur, dass wir die reine Wahrheit sagen.
  • Zu schelten und zu sakramentieren wurde nicht allein mit einer hohen Geldstrafe bestraft, sondern an Leib und Gut.
  • Wer ein Kind eine Mähre schilt, schlägt seinem Vater aufs Ohr.
  • Man schilt ihn einen "redlichen Mann".
  • Du lässt dich für einen Wohltäter schelten.
  • Er schilt sich wieder einmal mit Johann.
  • Der flüchtige Verbrecher wurde gescholten.
  • Ich schelte ihn von seiner Schuld quitt.

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): ˈʃɛltn̩

Ähnlich klingende Wörter

Reimwörter

Was sind Reimwörter?

Was reimt sich auf "schelten"?

Semantik

Assoziation

Nimmst du "schelten" eher als positiv oder negativ wahr?

Negative Assoziation

Der Begriff "schelten" wird einigermaßen negativ bewertet.

Assoziative Bedeutungen

Antonyme

Was ist ein Antonym?

Hyponyme

Was ist ein Hyponym?

Synonyme

Was ist ein Synonym?
zeige alle Synonyme für schelten

Rhetorische Stilmittel

Archaismus

Was ist ein Archaismus?

"schelten" gilt im heutigen Sprachgebrauch als veraltet.

Kategorien

Verwendung in anderen Quellen

Zitate

  • Im leidenschaftlichen Schelten erscheint der Lehrer nie in dem edlen Charakter, der Ehrfurcht und Liebe begründet. Der Mäßigung, der Ruhe und Festigkeit des Sinnes, der strengen Gerechtigkeit ohne Leidenschaftlichkeit bringt man den Tribut der Ehrfurcht, der Milde und Schonung den Tribut der Liebe.

    August Hermann Niemeyer (1754 - 1828)

  • Man soll niemals seinen eigenen Nutzen oder das Loben und Schelten der Menge zur Richtschnur seines Lebens nehmen.

    Eugen von Savoyen (1663 - 1736)

  • zeige alle Sprüche und Zitate

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