da

• Kategorie: Abkürzungen

• Weitere Lemmata: 1. da , 2. da

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • da

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 1
  • Silbentrennung: da

Etymologie

Bedeutung (Definition)

[1] an dieser (etwas entfernten) Stelle, an jenem (etwas entfernten) Ort
[2] an dieser Stelle, an diesem Ort (an der/dem sich der Sprecher/die Sprecherin befindet oder auf den dieser/diese hindeutet)
[3] zu diesem Zeitpunkt, in diesem Moment
[4] unter dieser Bedingung, unter diesen Umständen
[5] in dieser Hinsicht
[6] ein Gespräch eröffnend, eine Schilderung einleitend

Wortherkunft

Es handelt sich um zwei seit dem 8. Jahrhundert(1)(2) bezeugte Erbwörter aus dem Althochdeutschen, die im Spätmittelhochdeutschen zusammenfielen(2).
Die ersten beiden(1)(2) Bedeutungen gehen auf ein Wort zurück, dessen althochdeutsche Formen  → goh(1), dār → goh(1) und thār → goh(2) lauteten (vergleiche altsächsisch thā̌r → osx(1)(2), altenglisch þǣr (1)(2)), die im Mittelhochdeutschen  → gmh(1)(2) und dār → gmh(1)(2) (vergleiche altfriesisch thē̌r → ofs(1), mittelniederdeutsch dār → gml(2), mittelniederländisch daer → dum(2) und dare → dum(2)) ergaben. All diese Formen gehen zurück auf (nicht belegtes aber rekonstruiertes) westgermanisches *þǣr.(1) Im Gegensatz dazu entstammen gotisches þar → got und altnordisches þar → non einer kurzvokalischen westgermanischen Form *þar(1) (vergleiche schwedisch där (2)). Beide westgermanische Formen sind eine Lokativ-Bildung auf -r zu dem (erschlossenen) indoeuropäischen demonstrativen Pronominalstamm *to- mit verschiedenen Ablautformen oder verschiedenen Vokalentwicklungen unter Sonderbedingungen wie dem Satztiefton(1) (vergleiche altindisch  (tárhi)  "damals"(2)). Das auslautende -r schwindet in solchen unbetonten Wörtern seit dem Mittelhochdeutschen(1) (wenngleich allerdings im 15. bis 18. Jahrhundert eine vorübergehende Neubelebung von dar eintritt), sodass es vom Spätmittelhochdeutschen an zu einem formalen Zusammenfall mit dem nachfolgend unten behandelten zweiten Erbwort kommt(2). In Zusammenrückungen(1), etwa bei zusammengesetzten Pronominaladverbien, vor vokalischem Anlaut(2) (wie »daran«(1)(2), »darauf«(1)(2), »darüber«(2); hier aber schon im Althochdeutschen Vermischung mit den entsprechenden Bildungen von althochdeutsch thara → goh "dorthin", siehe »dar-«(2)) hat sich das auslautende -r gehalten(1)(2) und gilt dort als "Hiattrenner"(1). Seit Beginn seiner Bezeugung im Deutschen wird das aus jenen Formen hervorgegange da auch als Konjunktion verwendet.(2) Es leitet bis ins 18. Jahrhundert konditionale, konzessive und adversative Gliedsätze ein, in den älteren Sprachstufen außerdem Temporalsätze, doch geht diese Funktion im Neuhochdeutschen an das nachfolgend behandelte zweite Erbwort über.(2)
Das zweite Erbwort, auf das die dritte(1)(2) und fünfte(1) Bedeutung zurückgehen, reicht ebenfalls bis in althochdeutsche Zeit(1)(2), für die die Form  → goh(1) bezeugt ist (vergleiche altsächsisch thō → osx(1)(2), altenglisch þā (1)(2)). Seine mittelhochdeutsche Form lautete unverändert  → gmh(1)(2) (vergleiche altfriesisch thā → ofs(2), mittelniederdeutsch  → gml(2) und mittelniederländisch doe → dum(2)). Diese für das Westgermanische(2) bezeugte Bildung ist entweder eine langvokalische (wohl instrumentale) Adverbialbildung(1) (anders gotisches þan → got "dann" sowie altnordisches þā → non "da, damals" aus (erschlossenem) westgermanischen *þan, siehe »dann«(2)), die sich wie das erste Erbwort an den (erschlossenen) indoeuropäischen demonstrativen Pronominalstamm *to- anschließt(2)(1), oder eine Form, die ursprünglich wohl von dem Akkusativ Singular Femininum des Demonstrativpronomens(2)(1) (Artikels) ausgeht(1) (vergleiche gotisches þō → got, altindisches  (tā́m) , indoeuropäisches *tām(2)), neben dem vielleicht ein feminines Substantiv mit der Bedeutung "Zeit" weggefallen ist(2)(1). Die Lautform würde bei dieser Annahme zwar dem gotischen Pronomen þo → got, nicht aber dem althochdeutsch-altsächsischen entsprechen; diese unregelmäßige Lautentwicklung müsste durch einen Anschluss an das erste oben behandelte Erbwort erklärt werden.(1) Seit dem 14. Jahrhundert erscheint mittelhochdeutsches  → gmh auch in der (Mitte des 16. Jahrhunderts allgemein geltenden) Form da.(2) Die nun lautlich gleichen, ohnehin durch inhaltliche Gemeinsamkeiten (die Darstellung von Zeitverhältnissen basiert oft auf räumlichen Vorstellungen) verbundenen Adverbien ¹da und ²da werden nicht mehr klar geschieden.(2) Als Konjunktion hat das hier auf das zweite Erbwort zurückgehende ²da zunächst temporalen Sinn (so schon althochdeutsch, jedoch nach Ende des 18. Jahrhunderts nur noch in gehobener Ausdrucksweise); in Konkurrenz zu »weil« setzt Mitte des 17. Jahrhunderts kausaler Gebrauch ein.(2)(1)
  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 , Stichwort »da¹« und »da²«, Seite 176.
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort "da"

Quantitative Linguistik

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"da" gehört zum deutschen Grundwortschatz.

Wortlänge nach Buchstaben

"da" umfasst 2 Buchstaben.

Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "da" wird sehr oft im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "da" belegt Position 72 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Beispiele

Beispielsätze

  • Es kann nicht immer weiter soviel Geld ausgegeben werden, da der Schuldenstand bereits astronomische Höhen erreicht hat.
  • Der Kunde wollte wissen, womit er die Zäpfchen 'runterspülen' kann, die klebten immer so am Gaumen. Da war die Apothekerin erst mal sprachlos.
  • Wir können da nicht untätig bleiben, da bin ich mit Ihnen völlig d'accord.
  • Sprichst du jetzt von der sogenannten Wendezeit? Da war ich zwölf und verstand nicht so recht, was da passierte.
  • Das Paket ist da.
  • Ruf an, wenn du da bist.
  • Das Buch liegt da.
  • Ist das Heft nicht in der Küche? Ich hatte es da gesehen.
  • Da, wo die Bäume wachsen.
  • Wir sollen da hinauf laufen?
  • attributiv, einem Pronomen nachgestellt; stets unbetont: He, Sie da, Sie haben etwas verloren.
  • attributiv, einem Nomen nachgestellt; stets unbetont: Die Bluse da gefällt mir besser.
  • Kuckuck, da bin ich!
  • Da wären wir.
  • Da hast du’s!
  • Ist da jemand?
  • Halt, wer da?
  • Da, nimm es und geh!
  • Da versteinerte ihr Gesicht.
  • Da sagte er dann, er wolle versuchen zu helfen.
  • Von da an wähnten sich alle in Sicherheit; ein Trugschluss, wie sich später bitter herausstellen sollte.
  • Schließlich war der Augenblick da, den sie so ersehnt hatten.
  • Wir waren miteinander beschäftigt, da kam sie herein.
  • Der Vorhang fiel, da klatschten alle Beifall.
  • Da kann man nichts machen.
  • Da wollte ich nicht stören.
  • Es ist zu dunkel, da kannst du nichts sehen.
  • Wenn du schon rauchen musst, da rauche lieber gleich draußen.
  • Da stimme ich Ihnen vollkommen zu.
  • Und ihr dachtet doch wohl im Ernst nicht, dass da alles geklärt sei?
  • »Eheringe, der Herr?«
  • »Nein, Ehe nicht, das heißt, ja, Eheringe.«
  • Da kommt doch plötzlich diese irre Frau auf unser Kind zugestürmt und fängt an, wüst zu pöbeln!

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): daː

Semantik

Assoziation

Nimmst du "da" eher als positiv oder negativ wahr?

Assoziative Bedeutungen

Hyponyme

Was ist ein Hyponym?

Synonyme

Was ist ein Synonym?
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Rhetorische Stilmittel

Isogramme (Wortspiel)

Was ist ein Isogramm?

"da" ist ein Isogramm.

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