mausetot

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • mausetot

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 3
  • Silbentrennung: mau | se | tot, keine Steigerung

Etymologie

Bedeutung (Definition)

[1] familiär emotional, umgangssprachlich verstärkend, salopp; auch übertragen: wirklich, völlig tot

Wortherkunft

Kluge, Pfeifer und Duden zufolge handele es sich bei dem seit dem 17. Jahrhundert(1)(2)(3) bezeugten Adjektiv vermutlich(1) um eine volksetymologische(2)(3) Umdeutung(1)(3) ("tot wie eine Maus, die nicht mehr zuckt"(2)(3)) der niederdeutschen Formen mūsdōd (2) / musdōt (3), mursdōd (2) / mursdōt (1)(3) und morsdōd (2) / morsdōt (3) "ganz tot"(2)(3). Der erste Bestandteil sei niederdeutsches murs  / mors (1)(2)(3) "gänzlich(1)(3); plötzlich(2), ganz und gar(2)", das vielleicht mit morsch verwandt ist, hier aber an niederdeutsches Mūs  "Maus" volksetymologisch angeschlossen wurde (vielleicht in Anlehnung an ebenfalls verstärkendes mūsenstill  "mäuschenstill")(2).
Wahrig meint, dass eine Anlehnung an Maus jedoch nicht zwingend sei, denn man könnte das Wort auch nach anderen Tieren gebildet haben, die sich bei Gefahr still verhalten oder tot stellen.(3) Verwiesen wird außerdem auf eine andere Deutung, nach der der erste Bestandteil auf hebräisches מָוֶת‎ (CHA: māṿæṯ) "Tod"(4)(5)(6) zurückgehe und also somit eine Verstärkung zum zweiten Bestandteil tot ausdrücken solle.(3) Die Anlehnung an Maus wäre dann aus rein lautlichen Gründen erfolgt.(3)
Laut Ewald Harndt und Martina Zimmermann wiederum handele es sich um eine Entlehnung aus französischem mort  aussitôt  beziehungsweise mort  si  tôt (4)(5) im Sinne von "auf der Stelle(5), sofort(4)(5), sehr schnell(4), sogleich tot(4)", das durch akustische Angleichung im Deutschen zu »mausetot« geworden sein soll(4).
  1. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 , Stichwort »mausetot«, Seite 607.
  2. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort "mausetot"
  3. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9 , Stichwort »mausetot«, Seite 551.
  4. Wahrig Herkunftswörterbuch "mausetot" auf wissen.de
  5. Wilhelm Gesenius; in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. H. Zimmern, Prof. Dr. Max Müller, Prof. Dr. O. Weber; bearbeitet von Dr. Frants Buhl: Wilhelm Gesenius’ Hebräisches und aramäische Handwörterbuch über das Alte Testament. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1962, Seite 410 (Unveränderter Neudruck der 1915 erschienenen 17. Auflage) .
  6. Jacob Levy: Wörterbuch über die Talmudim und Midraschim. Band Ⅲ, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1963, Stichwort »מָוֶת‎«, Seite 59 (Unveränderter Neudruck der 2. überarbeiteten Auflage von 1924, Berlin/Wien) .
  7. Yaacov Lavi; neu bearbeitet von Ari Philipp, Kerstin Klingelhöfer: Langenscheidt Achiasaf Handwörterbuch Hebräisch–Deutsch. Völlige Neubearbeitung, Langenscheidt, Berlin/München/Wien/Zürich/New York 2004, ISBN 978-3-468-04161-7, DNB 96770877X , Stichwort »מָוֶת‎«, Seite 282.
  8. Ewald Harndt: Französisch im Berliner Jargon. 1. Auflage. Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1990, ISBN 3-89773-524-5, Seite 51 .
  9. Martina Zimmermann: Ils ont leur place dans la culture. Les immigrés dans le cinéma. In: Documents. Revue du dialogue franco-allemand. Nummer 1/07: Elles – femmes, féminité et féminisme, 2007, ISSN 0151-0827, Seite 45 .     "Enfin, mausetot n’a, selon les dernières explications linguistiques, rien à voir avec le trépas d’une souris, mais vient du français « mort aussitôt » ou « mort si tôt », soit sur le coup."

Sprache

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • familiär
  • umgangssprachlich

Quantitative Linguistik

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"mausetot" gehört nicht zum deutschen Grundwortschatz.

Wortlänge nach Buchstaben

"mausetot" umfasst 8 Buchstaben.

Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "mausetot" wird selten im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "mausetot" belegt Position 52571 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Komparation

Was ist Komparation?
Positiv mausetot

Beispiele

Beispielsätze

  • Der Soldat war bereits verstorben; mausetot geschlagen lag er da.

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): ˌmaʊ̯zəˈtoːt

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Reimwörter

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Semantik

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Assoziative Bedeutungen

Antonyme

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Kategorien

Verwendung in anderen Quellen

Zitate

  • Man muß bis zum letzten Augenblick gegen Natur und Schicksal kämpfen und nie an etwas verzweifeln, bis man mausetot ist.

    Voltaire (1694 - 1778)

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