Was bedeutet Zimt?
- [1] umgangssprachlich abwertend: etwas, das als töricht, wertlos, (alt und) unnütz betrachtet wird, das jemandem lästig, störend, unwichtig ist, übertrieben oder überflüssig erscheint
- [2] rheinfränkisch (Frankfurt am Main): unbequeme, unerfreuliche Sache
- [3] ostmitteldeutsch regional, besonders Berlin, Brandenburg: Zahlungsmittel zum Tauschen gegen Waren, Leistungen, Berechtigungen und Anderes, besonders in Form von Münzen
- [4] umgangssprachlich veraltend: aus kostbarem Material, besonders Gold, gefertigte Gegenstände, die zumeist zur Zierde am Körper getragen werden
- [5] umgangssprachlich veraltend: etwas, das überholt, nicht mehr zeitgemäß ist
Weitere Bedeutungen
Etymologie
Die Etymologie erforscht den Ursprung und die historische Entwicklung von Wörtern.
Wortherkunft & Verweise
- Über die Herkunft des Wortes gibt es verschiedene Erklärungsversuche:
- Pfeifer zufolge handele es sich um eine Übertragung zum im ersten Abschnitt behandelten Gewürz, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert (anfangs wohl in Berliner Literatenkreisen) aufgekommen ist (siehe Zinnober).(1) Vielleicht liege ihr die Vorstellung zugrunde, dass das Gewürz, wenn es überlagert ist und sein Aroma verloren hat (vergleiche landschaftlich übliches alter Zimt "wertloses Zeug") oder da es als Speisezusatz ohnehin entbehrlich ist, den ihm zugemessenen hohen Wert nicht verdient.(1) Einen Anschluss an rotwelsches Zimmt "Geld, Kleingeld; Ware; Goldsachen, Schmuck" hält er für wenig einleuchtend.
- Laut Kluge handele es sich um eine im 19. Jahrhundert erfolgte Übernahme der rotwelschen Formen Zimmt / Zimt (1906) "Geld, besonders Kleingeld; Ware; Goldsachen, Schmuck"(2), die ihrerseits auf westjiddisches סימן (simon; YIVO: simen) m "Zeichen, Anzeichen"(3)(4)(5) und "mnemonisches Zeichen, Gedächtnisstütze"(6) zurückgehen sollen.(7) Wolf und Kluge erwähnen allerdings noch die Bedeutungen "Zahlennull"(2) und "Null",(7) die Stern zufolge für eine solche Herleitung sprächen.(8)
- Nach Stern könnte auch jüdisch-aramäisches סִימְטָא (sīmṭāʾ) "Grind, Geschwür"(9) zugrundeliegen, dessen Bedeutung der Bedeutung "Unsinn" von Zimt näherläge als "Zeichen" und das phonetisch Zimt näherkäme, wobei sie anmerkt, dass bereits im Westjiddischen und vor allem im Deutschen Samech im Anlaut in vielen Fällen zu [t͡s] wird (vergleiche beispielsweise Zoff, Zosse).(8) Die Form Zimt wäre somit eine volksetymologische Motivierung an die Form des im ersten Abschnitt behandelten Wortes.(8)
- Küpper geht von einer möglichen Umstellung (Metathese) des gleichbedeutend umgangssprachlichen Mist aus.(9) In der ersten Bedeutung sei das Wort seit etwa 1870 bezeugt und anfangs von Berlin und Sachsen ausgegangen, und habe sich dann ab dem Ersten Weltkrieg nördlich der Mainlinie weiter verbreitet.(9) Die dritte, ebenfalls ab 1870 bezeugte und aus dem Rotwelschen übernommene Bedeutung könne sich im Sinne von "Geld haben wie Mist" mit den erstgenannten berühren oder aber auf den Farbenvergleich zwischen Zimt und Gold fußen.(9) Die vierte Bedeutung sei ab 1900 bezeugt und aus dem Rotwelschen übernommen, und die fünfte ab 1920.(9)
- Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort "Zimt"
- Siegmund A. Wolf: Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache. 2., durchgesehene Auflage. Helmut Buske Verlag, Hamburg 1985, ISBN 3-87118-736-4, Stichwort »Zimmt [6350]«, Seite 349 (Zitiert nach Google Books; korrigierter Nachdruck der Ausgabe Mannheim, Bibliographisches Institut, 1956) .
- Hermann L. Strack: Jüdisches Wörterbuch mit besonderer Berücksichtigung der gegenwärtig in Polen üblichen Ausdrücke. J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1916 (Internet Archive) , Stichwort »סִימָן«, Seite 124.
- נחהם פּערעפערקאָװיטש: העבּרײאיזמען אין אידיש. העכער 4000 העבּרײאישע װערטער אוּן ציטאטן. [sine editio], ריגע 1929 (Internet Archive) ., Stichwort »סימן«, Seite 210.
- Uriel Weinreich: מאָדערן ענגליש-ייִדיש ייִדיש-ענגליש װערטערבוך. Modern English-Yiddish Yiddish-English Dictionary. New paperback edition, Schocken Books, New York 1987, ISBN 0-8052-0575-6 (Lizenzausgabe des YIVO Institute for Jewish Research, New York 1968) , Stichwort »סימן«, Seite 519 (jiddisch-englischer Teil).
- Alexander Harkavy: Yiddish-English Dictionary. With a treatise on Yiddish reading, orthography, and dialectal variations. 6., verbesserte und ergänzte Auflage. Hebrew Publishing Company, New York 1910 (Digitalisat) , Stichwort »סימן«, Seite 220.
- Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742 , Stichwort »Zimt²«, Seite 1012.
- Heidi Stern: Wörterbuch zum jiddischen Lehnwortschatz in den deutschen Dialekten. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2000 (Lexicographica: Series Maior ; 102, ISSN 0175-9264), ISBN 978-3-484-39102-4, DNB 959920579 , Stichwort »Zimt«, Seite 217.
- The Comprehensive Aramaic Lexicon Project "symṭˀ"
- Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7 , Stichwort »Zimt«.
Orthographie
Normgerechte Schreibung
Silben und Silbentrennung
- Anzahl der Silben: 1
- Silbentrennung: "Zimt" ist nicht trennbar, Plural: Zim | te
Phonologie
Aussprache
Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): t͡sɪmt
Grammatik
Die Grammatik ist das Regelwerk, das beschreibt, wie eine Sprache aufgebaut ist und funktioniert.
Wortart
Genus
Maskulinum (männlich, Artikel: der)
Numerus & Kasus
Deklination / Einzahl & Mehrzahl von "Zimt":
| Nominativ Singular |
der Zimt |
| Nominativ Plural |
die Zimte |
| Genitiv Singular |
des Zimts |
| Genitiv Singular |
des Zimtes |
| Genitiv Plural |
der Zimte |
| Dativ Singular |
dem Zimt |
| Dativ Singular |
dem Zimte |
| Dativ Plural |
den Zimten |
| Akkusativ Singular |
den Zimt |
| Akkusativ Plural |
die Zimte |
Sprache
Sprachvarietät
Sprachgebrauch
-
abwertend
-
umgangssprachlich
-
veraltend
Wortschatz
Quantitative Linguistik
Die Quantitative Linguistik ist die Statistik der Sprachwissenschaft.
Grundwortschatz
"Zimt" gehört
nicht
zum deutschen Grundwortschatz.
Länge nach Buchstaben
"Zimt" umfasst 4 Buchstaben.
:
Buchstabenhäufigkeit
| I |
1-mal |
→ |
7,66% |
(mäßig häufig) |
|
| T |
1-mal |
→ |
6,03% |
(mäßig häufig) |
|
| M |
1-mal |
→ |
2,73% |
(gelegentlich) |
|
| Z |
1-mal |
→ |
1,13% |
(selten) |
|
Konsonanten und Vokale
"Zimt"
enthält einen Vokal und 3 Konsonanten
Beispiele
Beispielsätze
Für "Zimt" ist noch kein Beispiel vorhanden. Hilf mit und trage den ersten Beispielsatz ein.
Semantik
Die Semantik befasst sich mit der Bedeutung von Wörtern und Sätzen.
Assoziation
Nimmst du "Zimt" eher als positiv oder negativ wahr?
Homonyme
Wörter mit gleicher Schreibweise und anderer Bedeutung:
Hyperonyme
Oberbegriffe von "Zimt":
Wort- & Buchstabenspiele
Wort- & Buchstabenspiele sind sprachliche Rätsel, bei denen mit einzelnen Buchstaben oder deren Anordnung gespielt wird. Lust auf unsere kniffligen Wortspiele?
Scrabble
- Buchstabenwert für "Zimt": 8
- Die Berechnung basiert auf:
∑ aus Z(3), I(1), M(3), T(1)
Insgesamt ergibt das 8 Punkte.
- Tipp: ❯ Wortfinder für Scrabble nutzen!
Isogramme
"Zimt" ist ein Isogramm. Jeder Buchstabe kommt darin nur einmal vor.
Wortprofile
Wortkarte
Wortlisten
"Zimt" ist in folgenden Wortlisten zu finden:
Verwendung in anderen Quellen
Zungenbrecher
- Kräuterbutter, Fernsehgucker, Kirschkernspucker, Zimt und Zucker.
- zeige alle ❯ Zungenbrecher
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