verstehen

• Kategorie: Positive Wörter

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • verstehen

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 3
  • Silbentrennung: ver | ste | hen, Präteritum ver | stand, Partizip II ver | stan | den

Etymologie

Bedeutung (Definition)

Was bedeutet "verstehen"?

[1] transitiv: (Gesprochenes) deutlich akustisch wahrnehmen
[2] Anwendung einer intellektuellen Fähigkeit:
[2a] transitiv: den Sinngehalt, die Bedeutung von etwas, die Absicht einer Person verstandesmäßig erfassen
[2b] transitiv: in bestimmter Weise deutend interpretieren
[2c] reflexiv: eine bestimmte Vorstellung beziehungsweise einen bestimmten Eindruck von sich selbst vermitteln; sich in bestimmter Weise darum bemühen, als jemand Bestimmtes angesehen zu werden
[2d] reflexiv, kaufmannssprachlich: (von Preisen) in bestimmter Weise erkennen lassen beziehungsweise zum Ausdruck bringen wollen
[3] Anwendung einer emotionalen Fähigkeit:
[3a] transitiv: sich in jemanden einfühlen, in jemandes Situation hineindenken können; diese Fähigkeit jemandem gegenüber zu erkennen geben
[3b] transitiv: (die Verhaltensweise, Haltung, Reaktion, das Gefühl von jemandes Standpunkt aus gesehen als) natürlich, konsequent, richtig, normal einschätzen, beurteilen, empfinden
[4] reflexiv: ohne Streitigkeiten mit jemandem auskommen, eine gute persönliche Beziehung zu jemandem haben
[5] Befähigung zu Tätigkeiten:
[5a] transitiv: sich etwas (geistig) zu eigen gemacht haben; die Fähigkeit zur Ausübung von etwas haben, die Begabung für etwas besitzen
[5b] transitiv: ein besonderes (Fach-, Sach- oder Erfahrungs-)Wissen (von etwas) aufweisen; (mit etwas) vertraut sein, umzugehen wissen; (auf einem bestimmten Gebiet) genau Bescheid wissen (und diesbezüglich urteilsfähig sein)
[5c] reflexiv: zu etwas imstande sein; die Fertigkeiten besitzen, etwas Bestimmtes zu tun
[5d] reflexiv: sich mit etwas auskennen und gut umzugehen wissen
[6] reflexiv, veraltende Bedeutung: sich überwindend zu etwas doch bereit erklären

Weitere Bedeutungen liefern die folgenden Lemmata:

1. verstehen

Wortherkunft & Verweise

Kompositum aus dem Präfix ver- und dem Verb stehen; bezeugt in den mittelhochdeutschen Formen verstēn und verstān, welche ihrerseits dem Althochdeutschen firstān – ursprünglich "rings um etwas stehen, etwas umstehen, etwas in der Gewalt haben, beherrschen", später "erfassen, ergreifen, ertappen; merken, meinen, empfinden, fühlen; begreifen, einsehen, erkennen" – entstammen; im Gotischen nicht bezeugt; etymologisch verwandt mit altenglisch farstandan, farstondan, altsächsisch farstanden; die spätaltnordischen Formen forstanda, fyrirstanda sind ihrerseits dem Mittelniederdeutschen entlehnt

Lehnwort

Was ist ein Lehnwort?
verstehen ist ein Germanismus, der im Serbokroatischen "frštuljiti" heißt.

Sprache

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • veraltend

Quantitative Linguistik

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"verstehen" gehört zum deutschen Grundwortschatz.

Wortlänge nach Buchstaben

"verstehen" umfasst 9 Buchstaben.

Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "verstehen" wird oft im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "verstehen" belegt Position 488 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Flexion

Was ist Flexion?
Präsens ich verstehe
Präsens du verstehst
Präsens er, sie, es versteht
Präteritum ich verstand
Partizip II verstanden
Konjunktiv II ich verstände
Konjunktiv II ich verstünde
Imperativ Singular verstehe
Imperativ Plural versteht
Hilfsverb haben

Beispiele

Beispielsätze

  • Sie verstand, dass ihre Mutter jetzt allein sein wollte, und machte sich auf den Heimweg.
  • Es war so laut, man konnte sein eigenes Wort kaum verstehen.
  • Streck mir doch nicht den Rücken zu, wenn du mit mir redest, sonst verstehe ich dich nicht.
  • [2a] Hast du die Gebrauchsanweisung gelesen? Die hat man offenbar aus dem Japanischen "übersetzt". Dieses Kauderwelsch versteht doch kein Mensch!
  • [2a] intransitiv Wie der Leutnant den Putschgeneral verhaften wollte, erbat der um einen kurzen Aufschub. Der junge Militär verstand, salutierte und ging aus dem Zimmer. Noch als er über die Türschwelle trat, hörte er schon den Schuss.
  • [2a] Manches von dem, was ich höre, verstehe ich nicht. Manches von dem, was ich verstehe, begreife ich nicht.
  • [2a] Ich verstehe, dass Menschen zuweilen so etwas Übles tun. Wie sie aber bewusst sich dazu entschließen können, begreife ich nicht.
  • [2b] "Was versteht sie unter unbedingtem Gehorsam?"
  • [2c] Er versteht sich als Künstler.
  • [3a] Keiner versteht mich!
  • [3a] Sie sind die Einzigen, die mich verstehen.
  • [3a] Er fühlt sich von ihr nicht verstanden.
  • [3b] Verstehen Sie Spaß?
  • [3b] Durchaus kann ich Ihre Erregung verstehen.
  • [3b] Ihnen werden keine Sonderrechte eingeräumt, das müssen sie schon verstehen.
  • Sie verstand sich schon von frühester Jugend an sehr gut mit ihrer Mutter, mit ihrem Vater aber immer sehr schlecht, mit ihm hatte sie meistens Streit.
  • [5a] Sie versteht zu manipulieren.
  • [5a] Sie verstehen es, andere arbeiten zu lassen.
  • [5b] Er versteht etwas vom Fotografieren.
  • [5b] Was versteht sie von Männern?
  • [5c] Sie versteht sich aufs Singen.
  • Sie konnten sich nicht zu einer Entschuldigung verstehen.

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): fɛɐ̯ˈʃteːən

Ähnlich klingende Wörter

Reimwörter

Was sind Reimwörter?

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Semantik

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Positive Assoziation

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Hyponyme

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Synonyme

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Wortgruppen

Phrasenbildungen

Kategorien

Verwendung in anderen Quellen

Redewendungen

Zitate

  • Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.

    Wilhelm Dilthey (1833 - 1911)

  • "Die Menschen verstehen einander nicht." Sie lieben sich zu ungleichen Stunden; möchte ich noch hinzusetzen.

    Rahel Varnhagen von Ense (1771 - 1833)

  • Das Herz ist geschaffen zu lieben und zu hassen, sich zu freuen und zu leiden, zu jubeln und zu klagen. Wenn es sich aber müht, zu verstehen – was allein dem Geiste zukommt, so versündigt es sich gegen seine Natur; und wenn es endlich zu verstehen glaubt, belügt es sich immer nur selbst, und daran geht es zugrunde.

    Arthur Schnitzler (1862 - 1931)

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