gemein

• Kategorie: Negative Adjektive

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • gemein

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 2
  • Silbentrennung: ge | mein, Komparativ ge | mei | ner, Superlativ am ge | meins | ten

Etymologie

Bedeutung (Definition)

[1] veraltend: eine Eigenschaft habend, die mehreren gemeinsam ist
[2] herablassend, veraltend: einfach und gewöhnlich; nicht besser als der Durchschnitt
[3] abwertend: vulgär; von niederer Gesinnung
[4] besonders in der Kindersprache: dem anderen übelwollend, fies, schofel
[5] verstärkend: sehr; intensiv oder schmerzhaft

Wortherkunft

"Das Adjektiv gemein, existiert in den Bedeutungen gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein, gewöhnlich, niedrig gesinnt, niederträchtig, unfein, unanständig, und gehört seit dem 8. Jahrhundert zum Standardwortschatz. Es leitet sich von einem gemeingermanischen/altgermanischen Adjektiv *ga-maini- allgemein ab: althochdeutsch gimeini → goh zuteil geworden, bestimmt, gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein, übereinstimmend, zugleich stammt aus dem 8. Jahrhundert, mittelhochdeutsch gemein → gmh, gemeine → gmh zusammengehörig, gemeinschaftlich, allgemein, vertraut, bekannt, für alle eingerichtet, gewöhnlich, zur Masse gehörig, niedrig, altsächsisch gimēni → osx, gimeini → osx, altfriesisch mēne → ofs, niederdeutsch meen  gesammt, all; de meene Koopmann  alle Kaufleute, die gesammte Kaufmannschaft, meene Borger  alle Bürger, mittelniederdeutsch gemēne, mittelniederländisch ghemēne → dum, ghemeen → dum, ghemein → dum, ghemeine → dum, niederländisch ghemeyne (1), gemeen , auch niedrig, niederträchtig, altenglisch gemǣne  allgemein, gemeinsam, gewöhnlich, niedrig, (aber auch altenglisch imæne , imene , imone , und in der Form mene ,) englisch mean  gemein, gering, niedrig, schlecht, gotisch gamains → got gemeinsam, unheilig, dänisch gemeen  gemein, liederlich, den gemene mand  der gemeine Mann, gehört wie lateinisch commūnis  gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein, gewöhnlich, oder auch lateinisch mūnus  Verrichtung, Aufgabe, (siehe auch unter Kommune, Kommunismus) als Präfixbildung zu den unter Meineid mit indogermanischer Wurzel (*mei- tauschen, wechseln, siehe dort) aufgeführten Substantiven mit n-Suffix (*mein, *moino-) und der Grundbedeutung Tausch, Wechsel. Ausgangsbedeutung von gemein ist danach wohl worin man sich abwechselt, was einem im Wechsel mit anderen zukommt, was mehreren in gleicher Art gehörig ist, woraus sich dann die Bedeutungen gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein entwickelten.
Da das, was mehreren oder vielen gemeinsam ist oder gehört, nicht wertvoll oder edel sein kann, wird gemein vom 15. Jahrhundert an zu einfach, gewöhnlich (der gemeine Mann, das gemeine Volk, der gemeine Soldat) und erhielt den abwertenden Nebensinn unheilig, alltäglich, gewöhnlich, roh, im 19. Jahrhundert (neudeutsch) auch verächtlich, niederträchtig, unanständig (gemeiner Schuft, Kerl)."(1)(2)(3)(4)(5)
  1. Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Zweyte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig 1793–1801 "gemein"
  2. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 "gemein", unter Punkt 1: Form und Verwandtschaft
  3. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort "gemein"
  4. Günther Drosdowski (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich 1963, ISBN 3-411-00907-1 , Seite 209, unter gemein
  5. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937 , Seite 345, unter gemein

Sprache

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • abwertend
  • veraltend

Quantitative Linguistik

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"gemein" gehört nicht zum deutschen Grundwortschatz.

Wortlänge nach Buchstaben

"gemein" umfasst 6 Buchstaben.

Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "gemein" wird gelegentlich im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "gemein" belegt Position 6276 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Komparation

Was ist Komparation?
Positiv gemein
Komparativ gemeiner
Superlativ am gemeinsten

Beispiele

Beispielsätze

  • All diesen Leuten ist die Muttersprache Deutsch gemein.
  • Hier wächst eine Gemeine Schlüsselblume.
  • Das gemeine Volk, also die einfachen Leute, die sagen da was ganz anderes.
  • Die gemeine Gossensprache ist vulgär.
  • Wie gemein von dir!
  • Ich bin ganz gemein umgeknickt.
  • Das tut gemein weh!

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): ɡəˈmaɪ̯n

Ähnlich klingende Wörter

Reimwörter

Was sind Reimwörter?

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Semantik

Assoziation

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Negative Assoziation

Der Begriff "gemein" wird stark negativ bewertet.

Assoziative Bedeutungen

Bedeutungsgleiche Wörter im Englischen

  • mean

Hyponyme

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Synonyme

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Rhetorische Stilmittel

Anagramme (Wortspiel)

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Wortbildungen

Wortbildungsprodukte

Was sind Wortbildungsprodukte?

"gemein" am Anfang

"gemein" mittig

Wortgruppen

Phrasenbildungen

Kategorien

Verwendung in anderen Quellen

Sprichwörter

  • Gemein Gerücht ist selten erlogen.
  • zeige alle Sprichwörter

Zitate

  • Liebe ist eine bloße Tollheit, und ich sage Euch, verdient ebensogut eine dunkle Zelle und Peitsche als andre Tolle; und die Ursache, warum sie nicht so gezüchtigt und geheilt wird, ist, weil sich diese Mondsucht so gemein gemacht hat, daß die Zuchtmeister selbst verliebt sind.

    William Shakespeare (1564 - 1616)

  • Mit wem man nichts gemein hat, mit dem ist gut Frieden halten.

    Anselm Feuerbach (1829 - 1880)

  • Wenn Gründe so gemein wie Brombeeren wären…

    William Shakespeare (1564 - 1616)

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