Was bedeutet gemein?
[1] veraltend: eine Eigenschaft habend, die mehreren gemeinsam ist
[2] herablassend, veraltend: einfach und gewöhnlich; nicht besser als der Durchschnitt
[3] abwertend: vulgär; von niederer Gesinnung
[4] besonders in der Kindersprache: dem anderen übelwollend, fies, schofel
[5] verstärkend: sehr; intensiv oder schmerzhaft
Beispiele (7) alle + ergänzen

Das tut gemein weh!

Etymologie

Die Etymologie erforscht den Ursprung und die historische Entwicklung von Wörtern.

Wortherkunft & Verweise

"Das Adjektiv gemein, existiert in den Bedeutungen gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein, gewöhnlich, niedrig gesinnt, niederträchtig, unfein, unanständig, und gehört seit dem 8. Jahrhundert zum Standardwortschatz. Es leitet sich von einem gemeingermanischen/altgermanischen Adjektiv *ga-maini- allgemein ab: althochdeutsch gimeini → goh zuteil geworden, bestimmt, gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein, übereinstimmend, zugleich stammt aus dem 8. Jahrhundert, mittelhochdeutsch gemein → gmh, gemeine → gmh zusammengehörig, gemeinschaftlich, allgemein, vertraut, bekannt, für alle eingerichtet, gewöhnlich, zur Masse gehörig, niedrig, altsächsisch gimēni → osx, gimeini → osx, altfriesisch mēne → ofs, niederdeutsch meen  gesammt, all; de meene Koopmann  alle Kaufleute, die gesammte Kaufmannschaft, meene Borger  alle Bürger, mittelniederdeutsch gemēne, mittelniederländisch ghemēne → dum, ghemeen → dum, ghemein → dum, ghemeine → dum, niederländisch ghemeyne (1), gemeen , auch niedrig, niederträchtig, altenglisch gemǣne  allgemein, gemeinsam, gewöhnlich, niedrig, (aber auch altenglisch imæne , imene , imone , und in der Form mene ,) englisch mean  gemein, gering, niedrig, schlecht, gotisch gamains → got gemeinsam, unheilig, dänisch gemeen  gemein, liederlich, den gemene mand  der gemeine Mann, gehört wie lateinisch commūnis  gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein, gewöhnlich, oder auch lateinisch mūnus  Verrichtung, Aufgabe, (siehe auch unter Kommune, Kommunismus) als Präfixbildung zu den unter Meineid mit indogermanischer Wurzel (*mei- tauschen, wechseln, siehe dort) aufgeführten Substantiven mit n-Suffix (*mein, *moino-) und der Grundbedeutung Tausch, Wechsel. Ausgangsbedeutung von gemein ist danach wohl worin man sich abwechselt, was einem im Wechsel mit anderen zukommt, was mehreren in gleicher Art gehörig ist, woraus sich dann die Bedeutungen gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein entwickelten.
Da das, was mehreren oder vielen gemeinsam ist oder gehört, nicht wertvoll oder edel sein kann, wird gemein vom 15. Jahrhundert an zu einfach, gewöhnlich (der gemeine Mann, das gemeine Volk, der gemeine Soldat) und erhielt den abwertenden Nebensinn unheilig, alltäglich, gewöhnlich, roh, im 19. Jahrhundert (neudeutsch) auch verächtlich, niederträchtig, unanständig (gemeiner Schuft, Kerl)."(1)(2)(3)(4)(5)
  1. Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen. Zweyte, vermehrte und verbesserte Ausgabe. Leipzig 1793–1801 "gemein"
  2. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 "gemein", unter Punkt 1: Form und Verwandtschaft
  3. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort "gemein"
  4. Günther Drosdowski (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Wien/Zürich 1963, ISBN 3-411-00907-1 , Seite 209, unter gemein
  5. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937 , Seite 345, unter gemein

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • gemein

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 2
  • Silbentrennung: ge | mein, Komparativ ge | mei | ner, Superlativ am ge | meins | ten

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): ɡəˈmaɪ̯n

Reimwörter

Was sind Reimwörter?

Was reimt sich auf "gemein"?

Grammatik

Die Grammatik ist das Regelwerk, das beschreibt, wie eine Sprache aufgebaut ist und funktioniert.

Wortart

Was ist eine Wortart?

Komparation

Was ist Komparation?

Steigerung von "gemein":

Positiv gemein
Komparativ gemeiner
Superlativ am gemeinsten

Sprache

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • abwertend
  • veraltend

Wortschatz

Was bedeutet Wortschatz?

Quantitative Linguistik

Die Quantitative Linguistik ist die Statistik der Sprachwissenschaft.

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"gemein" gehört nicht zum deutschen Grundwortschatz.

Länge nach Buchstaben

"gemein" umfasst 6 Buchstaben.

:

Buchstabenhäufigkeit

Was bedeutet Buchstabenhäufigkeit?
E 2-mal 17,22% (sehr häufig)
N 1-mal 10,04% (häufig)
I 1-mal 7,66% (mäßig häufig)
G 1-mal 3,29% (gelegentlich)
M 1-mal 2,73% (gelegentlich)

Konsonanten und Vokale

"gemein"

enthält 3 Vokale und 3 Konsonanten

Worthäufigkeit

Was bedeutet Worthäufigkeit?

Der Begriff "gemein" wird gelegentlich im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird der Rang nach Worthäufigkeit ermittelt?

Der Eintrag "gemein" belegt Position 6276 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Beispiele

Beispielsätze

  • All diesen Leuten ist die Muttersprache Deutsch gemein.
  • Hier wächst eine Gemeine Schlüsselblume.
  • Das gemeine Volk, also die einfachen Leute, die sagen da was ganz anderes.
  • Die gemeine Gossensprache ist vulgär.
  • Wie gemein von dir!
  • Ich bin ganz gemein umgeknickt.
  • Das tut gemein weh!

Semantik

Die Semantik befasst sich mit der Bedeutung von Wörtern und Sätzen.

Assoziation

Nimmst du "gemein" eher als positiv oder negativ wahr?

Negative Assoziation

Der Begriff "gemein" wird stark negativ bewertet.

Assoziative Bedeutungen

Gedanken und Gefühle, die neben der Grundbedeutung geweckt werden:

Hyponyme

Was ist ein Hyponym?

Unterbegriffe von "gemein":

Wort- & Buchstabenspiele

Wort- & Buchstabenspiele sind sprachliche Rätsel, bei denen mit einzelnen Buchstaben oder deren Anordnung gespielt wird. Lust auf unsere kniffligen Wortspiele?

Scrabble

Was ist Scrabble?
  • Buchstabenwert für "gemein": 9
    • Die Berechnung basiert auf:
      ∑ aus G(2), 2 × E(1) = 2, M(3), I(1), N(1)
      Insgesamt ergibt das 9 Punkte.
  • Tipp: Wortfinder für Scrabble nutzen!

Anagramme

Was ist ein Anagramm?

Aus den Buchstaben von "gemein" lassen sich diese Wörter bilden:

Wortprofile

Wortkarte

Was ist eine Wortkarte?

Wortgruppen

Phrasenbildungen

Wortlisten

"gemein" ist in folgenden Wortlisten zu finden:

Verwendung in anderen Quellen

Sprichwörter

  • Gemein Gerücht ist selten erlogen.
  • zeige alle Sprichwörter

Zitate

  • Liebe ist eine bloße Tollheit, und ich sage Euch, verdient ebensogut eine dunkle Zelle und Peitsche als andre Tolle; und die Ursache, warum sie nicht so gezüchtigt und geheilt wird, ist, weil sich diese Mondsucht so gemein gemacht hat, daß die Zuchtmeister selbst verliebt sind.

    William Shakespeare (1564 - 1616)

  • Mit wem man nichts gemein hat, mit dem ist gut Frieden halten.

    Anselm Feuerbach (1829 - 1880)

  • Wenn Gründe so gemein wie Brombeeren wären…

    William Shakespeare (1564 - 1616)

  • zeige alle Zitate

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Quellen & Autoren

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verifizierter Eintrag (SM, 12/2023