Esel

Orthographie

Normgerechte Schreibung

  • Esel

Silben und Silbentrennung

  • Anzahl der Silben: 1
  • Silbentrennung: Esel, Plural: Esel

Etymologie

Bedeutung (Definition)

Was bedeutet "Esel"?

[1] Zoologie: zur Gattung der Pferde gehörendes (männliches) Huftier, das ein (je nach Art / Unterart) graues bis braunes, fahlgelbes bis ockerfarbenes oder rötliches bis rotbraunes Fell mit dunklem Aalstrich, eine kurze, aufrecht stehende Nackenmähne, lange Ohren und einen Quastenschwanz besitzt, und dessen domestizierte Vertreter als Nutz-, Last- und Reittier dienen (Asinus)
[2] salopp, oft als Schimpfwort: jemand, der dumm, einfältig, unbeholfen, ungeschickt sowie, mitunter, störrisch ist oder ähnliche für das unter [1] beschriebene Tier typisch geltende Eigenschaften besitzt; jemand, der (aus Unvermögen Menschen oder Umstände richtig einzuschätzen) töricht handelt
[3] schülersprachlich veraltend: schlechtester Schüler einer Klasse
[4] umgangssprachlich veraltend scherzhaft: durch das Treten von Pedalen angetriebenes Fahrzeug mit zwei in einer Spur hintereinander angebrachten Rädern
[5] umgangssprachlich veraltend scherzhaft: durch einen Motor angetriebenes Fahrzeug mit zwei in einer Spur hintereinander angebrachten Rädern; zweirädriges Kraftfahrzeug
[6] umgangssprachlich veraltend: Gebäude oder Anstalt, in dem Personen, die vom Gericht zu einer unbedingten Haftstrafe verurteilt wurden, unter Verschluss gehalten werden; Ort des Arrests, Ort der Haft
[7] veraltet: der Bestrafung (besonders beim Militär und in Schulen) dienendes nach oben hin spitzwinklig zulaufendes Gestell (in Form eines stilisierten Eselsrückens), auf das sich die zu Strafenden setzen mussten

Wortherkunft & Verweise

[1] Die Bezeichnung geht über mittelhochdeutsches esel → gmh(1)(2)(3) auf das seit dem 9. Jahrhundert(1)(2) belegte althochdeutsche esil → goh(1)(2)(3) zurück und beruht wie altsächsisches esil → osx,(1)(2) mittelniederdeutsches ēsel → gml,(1) mittelniederländisches ēsel → dum,(1) niederländisches ezel ,(1)(3) altenglisches esol (1)(2) / eosol (1)(2)(3) und gotisches ?????? (asilus) → got(1)(2)(3) auf einer sehr frühen Entlehnung(1)(3) aus dem lateinischen asinus ,(1)(2)(3) die im Germanischen mit Ersatz des Suffixes(2) zu der (nicht belegten aber angenommenen) Lehnform *asiluz(1) geführt haben müsse. Eine Entlehnung aus der spätlateinischen(2) Verkleinerungsform asellus (1)(2)(3) kann nicht ausgeschlossen werden,(3) ist jedoch wohl kaum wahrscheinlich.(1)(2) (Dagegen gehen altenglisches assa  und englisches ass  über keltische,(1) und altnordisches asni → non über altfranzösische Vermittlung auf lateinisches asinus  zurück.(1)(2))
      Die lateinische Bezeichnung des Tieres ist selbst ein Lehnwort(3) und dürfte ebenso wie die altgriechische, ὄνος (DIN 31634: onos) → grc,(1)(2) und die armenische, էշ (DIN 32706: êš) , (wenn auch unabhängig voneinander) aus einer Substratsprache,(2) vermutlich einer kleinasiatischen Sprache aus der südlich des Schwarzen Meeres gelegenen Region,(1)(3) stammen und von dort durch thrakisch-illyrische Vermittlung in die anderen Sprachen gelangt sein.(1)
[2] Der Gebrauch als Scheltwort ist bereits für das lateinische asinus (3) und das mittelhochdeutsche esel → gmh(3)(4) belegt. Er fußt auf dem Sinnbild, nach dem der Esel als störrisch, dumm und faul gilt.(4)
[3] Diese Bedeutung ist schülersprachlich ab 1930 bezeugt.(4)
[4] Es handelt sich um eine ab 1920 bezeugte umgangssprachliche Kürzung entweder aus Drahtesel oder Tretesel.(4)
[5] Diese umgangssprachliche Bedeutung ist ab 1955 bezeugt und ist wohl ursprünglich eine Bildung aus der Schülersprache.(4)
[6] Die ab 1900 bezeugte umgangssprachliche Bedeutungsübertragung bezieht sich auf den Strafesel (Bedeutung 7) der mittelalterlichen Klosterschulen, auf den sich Schüler zur Strafe setzen mussten.(4)
[7] Diese Bedeutung ist bereits im Mittelhochdeutschen belegt.(5)
  1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage. Stichwort "Esel"
  2. Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, DNB 1012311937 , Stichwort »Esel«, Seite 258.
  3. Dudenredaktion (Herausgeber): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 5., neu bearbeitete Auflage. Band 7, Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04075-9 , Stichwort »Esel«, Seite 242.
  4. Heinz Küpper: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. In: Digitale Bibliothek. 1. Auflage. 36, Directmedia Publishing, Berlin 2006, ISBN 3-89853-436-7 , Stichwort »Esel«.
  5. Siehe erstes, auf um 1230 datiertes Beispiel der 3. Bedeutung in Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Neubearbeitung (A–F), 9. Bände. Göttingen/Berlin 1980–2016 "¹ESEL" (digitalisierte Fassung), Band 8, Spalte 2385–2386.

Sprache

Sprachgebrauch

Was bedeutet Sprachgebrauch?
  • salopp
  • scherzhaft
  • schülersprachlich
  • veraltend
  • veraltet
  • Geografie
  • Zoologie
  • umgangssprachlich

Quantitative Linguistik

Grundwortschatz

Was ist der Grundwortschatz?

"Esel" gehört nicht zum deutschen Grundwortschatz.

Länge nach Buchstaben

"Esel" umfasst 4 Buchstaben.

Konsonanten und Vokale

"Esel"

enthält 2 Vokale und 2 Konsonanten

Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Begriff "Esel" wird gelegentlich im Sprachgebrauch verwendet.

Rang nach Worthäufigkeit

Wie wird die Worthäufigkeit ermittelt?

Der Eintrag "Esel" belegt Position 10498 in unserer Rangliste der Häufigkeitsverteilung.

Soziolinguistik

Gendersprache

Was ist Gendersprache?

Weibliche Wortform

Genderformen

Was sind Genderformen?
Geschlechtsneutral
Doppelnennungein Esel oder eine Eselstute
Esel/Eselstute
SchrägstrichEsel/-stute
KlammerEsel(stute)
GendersternchenEsel*stute
DoppelpunktEsel:stute
Binnen-IEselStute
UnterstrichEsel_stute
MediopunktEsel·stute

Grammatik

Wortart

Was ist eine Wortart?

Genus

Was ist Genus?
Maskulinum (männlich, Artikel: der)

Numerus & Kasus

Was ist Numerus & Kasus?
Nominativ Singular der Esel
Nominativ Plural die Esel
Genitiv Singular des Esels
Genitiv Plural der Esel
Dativ Singular dem Esel
Dativ Plural den Eseln
Akkusativ Singular den Esel
Akkusativ Plural die Esel

Beispiele

Beispielsätze

  • Wir ritten auf Eseln zur Wartburg hinauf.
  • Mein Nachbar ist ein störrischer Esel.

Phonologie

Aussprache

Nach dem IPA (Internationales Phonetisches Alphabet): ˈeːzl̩

Ähnlich klingende Wörter

Reimwörter

Was sind Reimwörter?

Was reimt sich auf "Esel"?

Semantik

Assoziation

Nimmst du "Esel" eher als positiv oder negativ wahr?

Assoziative Bedeutungen

Hyperonyme

Was ist ein Hyperonym?

Hyponyme

Was ist ein Hyponym?

Synonyme

Was ist ein Synonym?
zeige alle Synonyme für Esel

Rhetorische Stilmittel

Anagramme (Wortspiel)

Was ist ein Anagramm?

Diminutiv

Was ist ein Diminutiv?

Wortbildungen

Wortbildungsprodukte

Was sind Wortbildungsprodukte?

"Esel" am Anfang

"Esel" mittig

Wortgruppen

Phrasenbildungen

Kategorien

Verwendung in anderen Quellen

Redewendungen

Sprichwörter

  • Der hungrige Esel läuft schneller als das satte Rennpferd.
  • Ein fauler Esel trägt sich gern zu Tode.
  • Wenn man vom Esel tratscht, kommt er gelatscht.
  • zeige alle Sprichwörter

Wünsche

  • In der Krippe behüten Ochs und Esel ein wonniges Kind,
    von draußen sieht man drei Könige herbeiziehen durch den nächtlichen Wind.
    Engel in den Lüften segnen das Elternpaar,
    frohe Weihnachten, wie wunderbar!
  • Am Stall der Esel neben dem Ochsen wachte,
    bis das heilige Kind erschien und die frohe Kund überbrachte.
    Der Stern von Bethlehem erleuchtet das Firmament
    und schenkt uns das Licht, das uns Christen nennt.
  • zeige alle Wünsche

Zitate

  • Für einen mit Gold beladenen Esel gehen die Tore jeder Stadt auf.

    Philipp II. von Makedonien (382 - 336 v. Chr. (ermordet)

  • Ich weiß, daß ein feuriges Pferd auf eben dem Steige, samt seinem Reiter den Hals brechen kann, über welchen der bedächtliche Esel ohne zu straucheln geht.

    Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781)

  • Ein Esel hat [bei] Lebzeiten nichts als viel Arbeit, schlechtes Futter und schwere Schläge; nach seinem Tod macht seine Haut als eine Pauke andere lustig und fröhlich; also auch ein Geiziger.

    Andreas Sutor (Kämmerer) (1653 - 1741)

  • zeige alle Sprüche und Zitate

Zungenbrecher

  • Einsame Esel essen nasse Nesseln gern, nasse Nesseln essen einsame Esel gern.
  • Esel essen Nesseln gern, Nesseln essen Esel gern.
  • Esel essen Nesseln nicht. Nesseln essen Esel nicht!
  • zeige alle Zungenbrecher

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